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Aidshilfe Göttingen informiert mit Aktionstag: Frühe Behandlung hilft

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Von: Bernd Schlegel

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Die Göttinger Aids-Hilfe bietet jetzt gegen eine Spende erneut diesen Bär, auch Taddy genannt, an.
Beliebtes Kuscheltier und Botschafter: Die Göttinger Aids-Hilfe bietet jetzt gegen eine Spende erneut diesen Bär, auch Taddy genannt, an. © privat/nh

Im Jahr 1988 wird der Welt-Aids-Tag ins Leben gerufen. Seitdem findet er jährlich am 1. Dezember statt und bekräftigt die Rechte HIV-positiver Menschen.

Göttingen – Anlässlich des Welt-Aids-Tages am Donnerstag, 1. Dezember, will die Aidshilfe Göttingen für Solidarität mit Menschen mit HIV werben.

Botschafter dabei sind auch in diesem Jahr die beliebten Kuschtiere, die „Taddys“. Ziel der Aktion ist es, Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV zu verhindern beziehungsweise weiter abzubauen. Im vergangenen Jahr konnten die beliebten Bären nicht ausgeliefert werden.

Diesmal sind die Kuscheltiere angekommen und sind gegen eine Spende von sieben Euro zugunsten der Göttinger Aidshilfe bei rund 50 Kooperationspartnern in Göttingen, Northeim, Einbeck und weiteren Orten erhältlich.

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember: Mit „Taddys“ gegen Diskriminierung und Stigmatisierung

Simone Kamin aus dem Geschäftsführungsteam der Göttinger Aidshilfe macht deutlich, dass Menschen mit HIV können heute leben, lieben und arbeiten wie alle anderen auch: „Eine frühzeitig begonnene HIV-Therapie ermöglicht ein gutes und langes Leben.

Die Medikamente schützen sogar Sexpartnerinnen und -partner vor einer Übertragung des Virus – das ist wissenschaftlich bewiesen und wird „Schutz durch Therapie’ genannt. Im Alltag kann HIV ohnehin nicht übertragen werden.“

Damit eine Infektion erkannt wird, sind allerdings auch Tests erforderlich. Deshalb bieten die Göttinger Aidshilfe und das Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen einen gemeinsamen Test-Tag zu sexueller Gesundheit am Mittwoch, 30. November, von 16 bis 18 Uhr im Gesundheitsamt in Göttingen, Theaterplatz 4, an.

Simone Kamin erläutert: „Unter dem Motto ,Checkup – Klär’s ab!’ laden wir sexuell aktive Menschen ein, sich auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper testen zu lassen. Das Angebot ist vor allem für Menschen mit neuer Partnerschaft, mit wechselnden Sexpartnerinnen und -partnern oder nach einer vermeintlichen Risikosituation interessant.“

Das Beratungs- und Testangebot ist kostenlos, anonym und ohne Anmeldung. Für den HIV- und Syphilis-Test wird Blut entnommen. Für die Tests auf Chlamydien und Tripper können Vaginal- und Anal-Abstriche ganz leicht selber auf der Toilette vorgenommen werden. Die persönliche Ergebnismitteilung erfolgt dann am Donnerstag, 8. Dezember, zwischen 13 und 15 Uhr im Gesundheitsamt.

Welt-Aids-Tag: Aidshilfe steht für Gespräche und Infos am Göttinger Kornmarkt bereit

Caroline Herberhold berät Menschen mit HIV und macht deutlich: „Leider findet Diskriminierung auch dort statt, wo man sie am wenigsten erwarten sollte – im Gesundheitssystem. Fehlender Wissensstand und unbegründete Infektionsängste aufseiten des Fachpersonals bedeuten für HIV-positive Patientinnen und Patienten nicht selten Ungleichbehandlung bis hin zu Behandlungsverweigerungen.“

Am Welt-Aids-Tag, am Donnerstag, 1. Dezember, ist die Aidshilfe mit ihrem Pavillon von 11 bis 17 Uhr am Kornmarkt in Göttingen präsent – mit Infomaterial, brandneuen Give-Aways und den Taddys – auch aus früheren Jahren.

Und: Die Göttinger Aidshilfe kann ihre Aufgaben und Ausgaben nicht allein durch öffentliche Zuschüsse und Projekte sichern. Weil die finanzielle Situation der Beratungsstelle aktuell ziemlich angespannt ist, ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen, die auf ein Konto bei der Sparkasse Göttingen (IBAN: DE34 2605 0001 0000 0847 31) überwiesen werden können.

Weitere Informationen unter goettingen.aidshilfe.de

Zahl der HIV-Neuinfektionen sinkt seit 2007 kontinuierlich

Die Zahl der in Deutschland mit HIV lebendenden Menschen wird auf 90 800 geschätzt. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt laut Robert-Koch-Institut seit 2007 kontinuierlich.

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland wie auch im Jahr 2020 geschätzt 1800 HIV-Neuinfektionen. Der Anteil der späten Diagnosen, mit fortgeschrittenem Defekt des Immunsystems bis hin zur Aids-Erkrankung, wird für das Jahr 2021 auf 790 Fälle beziffert. Von den 90 800 Menschen mit HIV in Deutschland kennen 90 Prozent ihren HIV-Status.

Von diesen 82 100 Menschen mit Diagnose sind 96 Prozent in „antiretroviraler Behandlung“, das heißt sie nehmen täglich Medikamente gegen HIV ein. Von diesen 79 100 behandelten Menschen haben 96 Prozent (76.300) eine wirksam unterdrückte, kaum oder gar nicht mehr messbare Viruslast, so das Robert-Koch-Institut. (bsc)

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