Mehrere Mahnwachen angemeldet

Aktion gegen Rechtsextremisten: „Die Partei“ schnappt Versammlungsorte in Göttingen weg

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Der Göttinger Bahnhofsvorplatz: Auch für diesen Ort hat „Die Partei“ Aktionen angemeldet.

Göttingen. Die Satirepartei „Die Partei“ hat in Göttingen für dieses Jahr mehrere Mahnwachen angemeldet und will damit Rechtsextremisten zuvorkommen.

Mit den Versammlungen unter dem Motto „Positive Besetzung - wenn nicht wir, wer sonst?“ sichere sich „Die Partei“ das Vorrecht an Orten und Daten, die von Rechten gern für eigene Kundgebungen genutzt würden, sagte ein Sprecher.

Dazu zählten zum Beispiel der 20. April (Hitlers Geburtstag), der 17. August (Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß) oder der 9. November (Pogromnacht). „Die Partei“ wolle an diesen Tagen „sehr gute Laune und noch besseres Agitationsmaterial unter die Menschen bringen“, sagte der Sprecher.

Mit ihrer Aktion dürfte „Die Partei“ insbesondere die Aktivitäten des als rechtsextrem geltenden Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen treffen. Die Gruppierung, der viele NPD-Aktive aus der Region angehören, hatte am vergangenen Wochenende wegen einer Aktion am Bahnhof für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt.

„Die Partei“ will ihre Mahnwachen auf dem Albaniplatz und dem Bahnhofsvorplatz abhalten. An diesen Orten hatte es in den vergangenen Monaten Kundgebungen des als äußerst rechts geltenden „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ gegeben. Auf dem Albaniplatz hatten die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 Bücher verbrannt.

Eine erste Mahnwache hat „Die Partei“ nach eigenen Angaben bereits am Montag, dem Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden, auf dem Albaniplatz abgehalten. Als Gastredner habe dort der Bundesgeschäftsführer der Piratenpartei Kristos Thingilouthis zu den etwa 20 Teilnehmern der Kundgebung gesprochen.

www.die-partei.net/goettingen

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