Universitätsmedizin

Aktion in Göttingen: Plüschige Mutmacher für herz- und krebskranke Kinder

Giraffe Greta ist sein Lieblingstier: Sarah Schott (links) übergibt die Spende ihrer Aktion an Herzkind Jonas und Spieltherapeutin Maja Steinsiek (rechts).
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Giraffe Greta ist sein Lieblingstier: Sarah Schott (links) übergibt die Spende ihrer Aktion an Herzkind Jonas und Spieltherapeutin Maja Steinsiek (rechts).

Kuscheltiere für herz- und krebskranke Kinder der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Das Krebszentrum und die Kinderherzklinik erhielten nun eine plüschige Spende aus einer Patenschaftsaktion von Bloggerin Sarah Schott und Pascal L’Hermitte aus Koblenz.

Göttingen – 90 Plüsch-Pinguine und -Giraffen haben das Krebszentrum und die Kinderherzklinik gespendet bekommen. Die Kuscheltiere sollen herz- und krebskranken Kindern, die an der UMG behandelt werden, als treue Begleiter Mut machen und dabei helfen, den oftmals schweren Krankenhausaufenthalt gut zu überstehen.

Übergeben haben die Spende Sarah Schott und Pascal L’Hermitte. Sie hatten über den Onlineshop „Pinguinkuh“ zu einer Patenschaftsaktion aufgerufen. Über die Patenschaften werden die Kuscheltiere für die chronisch kranken Kinder in den Kliniken finanziert.

Die Spendenübergabe fand im Elternhaus der Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen statt. Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie, Intensivmedizin und Neonatologie, Ingrid Kühnle, Oberärztin der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Christiane Lex, Leiterin der Pädiatrischen Pneumologie der Klinik für Pädiatrische Kardiologie, Intensivmedizin und Neonatologie, sowie Dagmar Hildebrandt-Linne, Geschäftsführung Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen, nahmen die Spende für die Kinder entgegen. Herzkind Jonas (8 Jahre) durfte sich gleich eine Giraffe aussuchen, denn: Giraffen sind seine Lieblingstiere.

„Wir danken dem Team um Sarah Schott für die großzügige Spende. Ich freue mich sehr, dass unsere Spieltherapeutin Maja Steinsiek bei ihrer Arbeit auf den kinderkardiologischen Stationen weitere kleine Helfer zur Seite hat, die Abwechslung in den Klinikalltag bringen und unseren Herzkindern ein Lächeln in das Gesicht zaubern“, sagt Prof. Dr. Thomas Paul.

„Unsere Patientinnen und Patienten auf der Kinderkrebsstation werden sich über die Kuschel-Pinguine sehr freuen. Die Kinder verbringen oft mehrere Wochen auf unserer Station. Dazu kommen häufig mehrere Untersuchungen, die vor allem für sehr junge Patienten emotional und belastend sein können. Für solche Situationen kann eine kleine Ablenkung genau das Richtige sein“, sagt Oberärztin Ingrid Kühnle.

Spendenübergabe im Elternhaus: UniversitätsKrebszentrum und Kinderherzklinik erhalten Plüsch-Pinguine und -Giraffen für kleine Patientinnen und Patienten.

„Der Klinikalltag ist gerade für Kinder eine große Herausforderung. Vor allem, wenn es sich beim Grund für den Klinikaufenthalt nicht nur um einen Infekt, sondern um eine schwere chronische Erkrankung oder eine OP handelt“, sagt Sarah Schott. Ungewohnte Herausforderungen, Untersuchungen, viele fremde Menschen – all das prassele auf einen ein.

„In genau diesen Momenten sollen die Seelentröster-Giraffen Gerda, die Motivations-Pinguine Philipp sowie die Krebsfresser-Pinguine den Kindern ein treuer Begleiter sein, die sie in dieser schweren Zeit unterstützen und neuen Mut machen“, wünscht sich Sarah Schott.

Die Aktion „Pinguine fressen Krebstiere“

Sarah Schott kennt den Klinikalltag aus wiederkehrenden Untersuchungen, OPs und wochenlangen Krankenhausaufenthalten genau.

Die 25-Jährige hat Mukoviszidose und lebt mit der Erkrankung seit ihrer Kindheit. Mukoviszidose ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der zäher Schleim lebenswichtige Organe verstopft. Als sich ihr Zustand im Jahr 2018 verschlechtert, kommt sie auf die Warteliste für ein Spenderorgan.

In dem Sozialen Netzwerk Instagram teilt sie auf ihrem Account „Pinguinkuh“ ihren Alltag mit der Krankheit. Nach zehn Monaten erhält sie eine neue Lunge und kann das Leben in vollen Zügen genießen.

Bloggerin erhält Krebsdiagnose

Dann folgt jedoch die nächste schwere Diagnose: Anfang des Jahres 2020 wird bei ihr eine spezielle Form des Lymphdrüsenkrebses festgestellt. Auch diesen Alltag teilt sie mit ihren rund 50 000 Followern. Sarah Schott übersteht auch diese Erkrankung. Zurzeit geht es ihr gut. „Im Moment bin ich krebsfrei. Wenn es so bleibt, bin ich zufrieden“, erzählt die Studentin, die kürzlich ihre Bachelorarbeit abgab.

Die Idee zur Gründung des Onlineshops „Pinguinkuh“, über den die Kuscheltiere hergestellt und verkauft werden, kam Schott zusammen mit Hanna Herzog. Diese hatte ihr wegen ihrer Vorliebe für Pinguine zu der ersten Chemotherapie ein selbstgemachtes T-Shirt mit dem Spruch ‚Pinguine fressen Krebstiere‘ geschenkt.

Daraufhin gab es eine große Resonanz. Seitdem betreiben die beiden Freundinnen den Shop gemeinsam. Er bildet die Grundlage für die Patenschaftsaktion. Alle Informationen zu dem Projekt gibt es unter pinguinkuh-shop.de.

Ihre Spenden-Tour führte Sarah Schott, ihren Freund Pascal L’Hermitte und Hanna Herzog zu insgesamt 16 Kliniken in ganz Deutschland. Gestartet sind die drei in ihrer Heimatstadt Koblenz.

Halt auf ihrer Tour machten sie unter anderem in Düsseldorf, Hamburg, Hannover und aben auch in Göttingen. Die UMG bildete den Abschluss ihrer Spendentour, bevor es über Kassel zurück nach Koblenz ging.

In nur acht Tagen legte das Trio 2077 Kilometer zurück und verteilte mit Hilfe von 900 Patenschaften insgesamt 2355 Kuscheltiere an die Kliniken. (Melanie Zimmermann)

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