Aktion in der Göttinger Innenstadt

Demonstration der geschlechtlichen Vielfalt und des Miteinander

Knifflig: Beim Quizrad ging es für die Teilnehmer – wie hier Aktionstagbesucherin Laila, links – darum, eine Frage zu beantworten. Auch Mitorganisatoren Luca Siemens (Mitte) und Sanna Peter von der Göttinger Aids-Hilfe hatten ihren Spaß. Foto: per Schroeter

Göttingen - Mit einem bunten Aktionstag haben verschiedene Göttinger Gruppen am Freitag vor dem Alten Rathaus in Göttingen für menschliche Vielfalt geworben.

„Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-Personen, intergeschlechtlichen Personen und anderen queeren Personen zu stärken“, sagte Mitorganisatorin Simone Kamin vom Geschäftsführungsteam der Göttinger AIDS-Hilfe.

Unter dem Motto „Vielfalt l(i)eben“ gab es dafür Mitmach-Aktionen wie Riesen-Jenga, Buttons zum Selbermachen oder Quiz-Rad, bei denen die gesellschaftliche und rechtliche Situation vielfältiger Lebensweisen in den Mittelpunkt gerückt wurden.

So galt es beim Quiz-Rad etwa, nach dem Drehen eine Frage aus einer der Kategorien „sexuelle Gesundheit“, „Lebensvielfalt“ oder „Politik, Gesellschaft und Recht“ zu beantworten und bei Richtigkeit der Antwort einen kleinen Preis zu gewinnen.

Auf einem extra dafür bereitgestellten Sofa konnte über die Thematik geplauscht werden und an den Ständen lagen diverse Infobroschüren zum Mitnehmen bereit. „Gerade Jugendliche brauchen ein schützendes Umfeld für ihre Persönlichkeitsentwicklung“, betonte Simone Kamin. „Viele von ihnen werden nur unzureichend oder gar nicht von Eltern und Lehrkräften unterstützt“, sagte sie.

„Wer vom klassischen Geschlechter- und Liebesmodell von Frau und Mann abweicht und sich dazu bekennt, kann überall im Alltag auf Respektlosigkeit und Diskriminierung stoßen und mit verbaler oder gar körperlicher Gewalt konfrontiert werden“, sagte Liv Teichmann, Vorstandsmitglied des Vereins Queeres Göttingen. Es dürfe jedoch keine Frage von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität sein, ob ein Mensch sich in seiner Umgebung sicher und willkommen fühle oder eben nicht.

„Auf dem Gebiet wurde zwar schon viel erreicht, aber man ist bei Weitem noch nicht am Ende des Weges“, meinte auch Aktionstagbesucherin Laila, die von einer „ganz wunderbaren Veranstaltung“ schwärmte. „Hier wird auf die verschiedenen Probleme aufmerksam gemacht und es wird nach Lösungsansätzen gesucht.“

Veranstalter des Aktionstages, der anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) stattfand, waren neben der Göttinger Aids-Hilfe die LesBiSchwulen Kulturtage, Schlau Göttingen, SVeN (Schwule Vielfalt erregt Niedersachsen), die Trans-Beratung Göttingen, Queere Jugendgruppe Göttingen, Queeres Zentrum Göttingen, Queer Teachers Göttingen und die Linksjugend. „Die Göttinger haben sich sehr interessiert gezeigt und wir haben viele interessante Gespräche geführt“, freute sich Liv Teichmann über einen „sehr gelungenen Aktionstag“.  per

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