Handgenähte Herzkissen

Aktion: Mutmach-Herzen für Brustkrebskranke im Göttinger Krankenhaus Neu Bethlehem

Übergabe der Mutmach-Herzen vor dem Göttinger Agaplesion-Krankenhaus Neu Bethlehem zweier Frauen ein eine Schwester und einen Arzt.
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Übergabe der Mutmach-Herzen vor dem Göttinger Agaplesion-Krankenhaus Neu Bethlehem: Ulrike Germroth, Nicole Waldow, Margitta Degener und Dr. Dietrich Kulenkampff.

„Du bist nicht allein, gemeinsam schaffen wir es, die Krankheit zu überwinden!“ Diese Botschaft sollen 350 kleine Mutmach-Herzen Brustkrebs-Patientinnen vermitteln.

Göttingen – Frauen aus ganz Deutschland haben sie gehäkelt. Das Göttinger Agaplesion-Krankenhaus Neu Bethlehem wird sie an Betroffene verteilen. Die Übergabe war eine gemeinsame Aktion des Vereins Horizonte, des Geschäfts „Die Nadelzeile“ sowie der Bloggerin Caroline Kube.

Erkrankten Frauen beistehen möchte Ulrike Germroth, die im nordhessischen Wehretal-Reichensachsen den Online-Shop Die Nadelzeile betreibt. Gemeinsam mit Bloggerin Caroline Kube aus dem mittelhessischen Homberg (Ohm) startete sie die Aktion. Kube, die über ihren Youtube-Kanal 158.000 handarbeitsbegeisterte Frauen erreicht und über ihren Instagram-Kanal mit 15.500 Nutzerinnen in Kontakt steht, stellte eine Häkelanleitung ins Netz.

Innerhalb von drei Monaten gingen bei Germroth zahlreiche Pakete ein. „Es war wie Weihnachten“, freut sich die Einzelhändlerin über die Resonanz. Die Wehretalerin hat die Herzen noch mit einer kleinen Karte versehen, die einen Genesungswunsch erhält. Den Päckchen lagen oft liebevolle, aufmunternde Briefe bei. „Wir werden sie in unserer Station aufhängen“, kündigt Nicole Waldow an. Die Fachkrankenschwester für Brustkrebserkankung arbeitet in Neu Bethlehem.

„Die Krebsdiagnose ist für jede Frau ein Schock“, weiß Margitta Degener, die Gründerin des Selbsthilfevereins Horizonte Göttingen, aus eigener Erfahrung. „Die ersten Wochen sind ein einziges Auf und Ab der Gefühle“, erzählt sie. Viele weitreichende Entscheidungen sind zu treffen. Es geht um eine mögliche Chemotherapie, um eine Operation. Betroffene quälen sich mit Fragen. Werde ich jemals wieder gesund? Wie verändert sich mein Aussehen?

„In dieser Zeit ist es wichtig, dass sich die Patientinnen angenommen fühlen, dass sie merken, andere denken an sie“, betont Dr. Dietrich Kulenkampff, der Chefarzt der gynägologischen Station. „Da werden die Mutmach-Herzen eine ganz wichtige Rolle spielen“, ist sich der Mediziner sicher. Kulenkampff kümmert sich jedes Jahr um 250 neue Brustkrebs-Patientinnen.

„Wenn die Frauen vier bis acht Tage nach der Operation aus dem Krankenhaus entlassen werden, fallen sie oft in ein Loch“, weiß Fachkrankenschwester Waldow.

Horizonte arbeitet bereits seit Jahren mit Einzelhändlerin Germroth zusammen. Germroth bietet regelmäßig Nähtreffen an, wo ein gutes Dutzend Frauen große, herzförmige Kissen näht. Auch sie werden in Neu Bethlehem verteilt. „Sie sehen nicht nur schön aus, sondern lassen sich auch als Lagerungshilfe nutzen“, verrät Germroth. Mit den Mutmach-Herzen können nun Frauen, die nicht nach Göttingen kommen können, die Arbeit des Selbsthilfevereins unterstützen. (Michael Caspar)

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