Kreisbauernverband Landvolk in der Göttinger Innenstadt

Aktion von Landwirten in Göttingen: Das Wohl der Tiere immer im Kopf

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Jannis Schucht (links), Claus Baumgärtel (Dritter von links) und Hermann Baumgärtel (rechts) vom Gut Hilwartshausen bei Hann. Münden diskutierten mit den Passanten über das Thema Ackerbau.

Göttingen. „Redet mit uns“, so das Motto des Landvolk-Aktionstages, bei dem mehr als 50 Landwirte aus der Region in der Innenstadt das Gespräch mit den Menschen suchten.

„Frag doch mal den Landwirt“ stand auf den Plakaten geschrieben, die die vor dem Alten Rathaus versammelten Landwirte trugen. Dieser Aufforderung kamen viele Passanten nach.

In den Gesprächen ging es um Schlagworte wie Massentierhaltung, Artensterben, Agrarindustrie oder Glyphosat, durch die die Landwirtschaft zuletzt immer wieder in die öffentliche Diskussion gerückt war. „Diese Themen bewegen die Menschen, das hat man gemerkt“, meinte Kreislandwirt Hubert Kellner. „Aber die Gespräche waren überwiegend unaufgeregt und interessiert an der Sache“, freute er sich.

Eine der Landwirtinnen, die dringenden Gesprächsbedarf sieht und die sich deshalb an der Aktion beteiligte, ist Andrea Bürger. Als Milchbäuerin mit etwa 100 Kühen gehe ihr die öffentlichen Diskussion um nicht artgerechte Haltung und die damit verbundenen Qualen der Tiere gehörig gegen den Strich. „Bei uns ist das definitiv nicht so, auch wenn wir kein Ökobetrieb sind“, sagte die Barteröderin. „Unser letzter Gedanke vor dem Schlafen und der erste nach dem Aufwachen gilt unseren Kühen.“ Schließlich könne es dem Betrieb nur dann gut gehen, wenn es auch den Tieren gut geht. „Deshalb ist es unser festes Bestreben, alles in unserer Macht Stehende für das Wohl und die Gesundheit der Kühe zu tun.“

Für Andrea Bürger ist es wichtig, so wie am Samstag geschehen, an die Öffentlichkeit zu gehen und die Themen „mit einem guten Gewissen“ anzusprechen. „Der Konsument muss auch aus erster Hand erfahren, dass er mit seinem Kaufverhalten mitverantwortlich dafür ist, wie es den landwirtschaftlichen Betrieben und damit auch den Tieren dort geht“, sagt sie.

Wenn der Liter Milch so wie im vergangenen Jahr nur 20 Cent bringe, könne ein Milchbauer nun mal seine Kosten nicht decken. Und dass man dann nicht Geld in das Tierwohl investieren könne, sei ganz selbstverständlich. „Hinzu kommt, dass uns die Auflagen durch die Politik zusätzlich die Luft abschnürt“, so Bürger. Deshalb freue es sie, wenn sie den Menschen diese Problematik im direkten Gespräch näher bringen könne.

„Ich denke, die Aktion war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg“, freute sich Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner.

Sein Dank ging zum einen an die Landwirte, die sich in der Innenstadt den Gesprächen stellten, zum anderen aber auch denen, die mit einem Treckerkonvoi auf den Straßen darauf aufmerksam gemacht hatten. 

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