Aktionstag bei der Göttinger Polizei: Sicher fahren auch im Alter

Polizeiinspektion Göttingen: Sicher fahren im Alter. Fahrtrainer Thorsten Wiegend von der Verkehrswacht und Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke zeigen Erika Wolf, worauf es ankommt.

Göttingen An jedem fünften Unfall im vergangenen Jahr waren Menschen über 65 Jahre beteiligt, fünf der Senioren kamen zu Tode. Das haben die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik 2015 für Stadt und Landkreis Göttingen (ohne Autobahnen) ergeben.

Mit der Präventionsaktion „Göttinger Senioren machen mobil - sicher ans Ziel!“ will die Polizeiinspektion Göttingen mit der Verkehrswacht Betroffenen zeigen, wie sie möglichst lange am Steuer bleiben können. Bei der Auftaktveranstaltung haben mehr als 40 Interessierte wichtige Tipps erhalten.

Viel mobiler als noch vor 20 Jahren seien die Senioren von heute, führte der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion, Jörg Arnecke. aus. Gleichzeitig betonte er: „Das Alter sagt nichts über die Fahrsicherheit aus.“ Nicht mehr zu fahren, sei die falsche Entscheidung und bedeute den Verlust von Lebensqualität. Es gebe 20-Jährige, die lieber Bus fahren sollten.

Arnecke mahnte: „Vermeiden Sie Zeitdruck.“ Er empfahl denen, die sich die Zeit einteilen können, nicht im Berufsverkehr zu fahren und ihnen bekannte Strecken zu nutzen. „Wenn Sie sich nicht fit fühlen, gönnen Sie sich einen Chauffeur“, ermutigte er seine Zuhörer, wenn nötig, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Wann haben Sie das letzte Mal eine Inspektion machen lassen“, rief er die Senioren auf, sich wie ihr Auto durchchecken zu lassen. Weil viele Unfälle durch Medikamenteneinfluss verursacht würden, sprach Anne Itschin aus dem Klinikum über Nebenwirkungen der Arzneien, die in der Zielgruppe üblich sind. Jeder fünfte Mensch ab 65 nehme fünf Medikamente oder mehr ein. Eindringlich warnte Arnecke davor, aus Angst vor Verlust des Führerscheins nach einem Unfall Fahrerflucht zu begehen. Anderthalb Jahre ohne Führerschein drohten nach einem solchen Fehler.

„Gewöhnen Sie sich wieder an, den Kopf zu bewegen“, forderte der Fahrsicherheitstrainer der Verkehrswacht, Tobias Hillmann, die Hörer auf und ermunterte alle, sich Fahrassistenten wie zum Beispiel eine Einparkhilfe zu gönnen. „Nichts ist sportlicher als eine Automatik“, setzte er den Verfechtern von Schaltwagen entgegen. Arnecke ergänzte: „Rüsten Sie Licht nach.“

Viele Zuhörer ließen sich vor ihrem Heimweg Verbesserungstipps für ihr Auto geben. Mit dem 68-jährigen Wilfried Holzapfel stellte Fahrtrainer Werner Bleier den Fahrersitz noch besser ein. Um bei einem Unfall den Aufprall besser abfangen zu können, sollten die Beine leicht angewinkelt stehen. Fahrtrainerin Sandra Nissen empfahl Dr. Reinhard Wegner (84) einen Abstandswarner für die Seiten.

„Es rückt einen wieder zurecht“, lobte Dieter Jäkel (65) die Aktion. Sie habe ihm wieder bewusst gemacht, dass mit dem Alter „die Aufmerksamkeit automatisch nachlässt“. Diesem Fakt müsse man sich stellen, um weiterhin unfallfrei zu fahren. (zul)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.