Aktion vor der Dienststelle

„Aktive Mittagspause“: Göttinger Polizisten machen ihrem Ärger Luft

Sylvia Hartmann von der GdP-Bezirksgruppe Göttingen forderte während der „aktiven Mittagspause“ vor der Polizeidienststelle in der Groner Landstraße von den Arbeitgebern Bewegung bei den Tarifverhandlungen.
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Sylvia Hartmann von der GdP-Bezirksgruppe Göttingen forderte während der „aktiven Mittagspause“ vor der Polizeidienststelle in der Groner Landstraße von den Arbeitgebern Bewegung bei den Tarifverhandlungen.

Mit einer „aktiven Mittagspause“ haben sich am Donnerstag zahlreiche Mitarbeiter der Polizeiinspektion Göttingen vor dem Dienstgebäude der Groner Landstraße für mehr Lohn eingesetzt.

Göttingen – „Bei den aktuellen Tarifverhandlungen gibt es auch nach der zweiten Verhandlungsrunde keine Bewegung“, betonte Gerd Hartung, Kreisgruppen-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Aufgrund des missachtenden Verhaltens der Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft der Länder ihren Beschäftigten gegenüber müsse man deutlich machen, „dass man so mit uns nicht umgehen kann“.

Ihren Ärger zeigte die PdG der Landesregierung in dieser Woche mit aktiven Mittagspausen in zahlreichen Polizeidienststellen landesweit. Dabei versammelten sich die Mitarbeiter (wie am Donnerstag in Göttingen) vor den Dienststellen und forderten ein Einlenken bei den Tarifverhandlungen.

„Auch nach zwei Verhandlungsrunden gibt es von Arbeitgeberseite noch immer kein Angebot – ganz im Gegenteil“, berichtete der stellvertretende Landesvorsitzende Kevin Komolka. Prozentuale Gehaltserhöhungen seien vom Tisch gewischt worden, bis die Gewerkschaften bereit seien, über das zentrale Thema Arbeitsvorgang zu sprechen, an dem schon 2019 die Tarifverhandlungen zu scheitern gedroht hatte. Dabei geht es um die Grundlage der Eingruppierung von Polizeimitarbeitern. Dabei soll bei der Bewertung der Arbeitsplätze verschiedene Tätigkeiten wie Kopierarbeiten, Telefonate, Recherche oder das Führen von Listen zu Arbeitsvorgängen zusammengefasst werden. Nach der Gewichtung der Arbeitsvorgänge erfolge dann die entsprechende Eingruppierung in eine Entgeltgruppe. Und das hätte nach Einschätzung der GdP am Ende für viele eine Herabgruppierung und damit sogar Einkommensverlust zur Folge.

„Das können wir auf keinen Fall hinnehmen“, betonte Komolka. „Und das Schlimmste ist, dass uns die Arbeitsgeberseite trotz der pandemischen Situation zwingt, auf die Straße zu gehen“, so der stellvertretende Landesvorsitzende. Für Sylvia Hartmann, Tarifvertreterin bei der GdP-Bezirksgruppe Göttingen, ist das „Angebot“ der Arbeitgeber, über den Arbeitsvorgang zu sprechen, „eine regelrechte Frechheit“. Steigende Lebenshaltungskosten und eine hohe Inflation würden ohnehin schon dafür sorgen, dass die Menschen weniger Geld im Portemonnaie haben. Deshalb appellierte Hartmann an die Anwesenden, „sowohl als Angestellte als auch als Beamte sichtbar zu bleiben“ und den Druck auf die Arbeitgeber aufrecht zu erhalten. (Per Schröter)

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