Aktivisten stellen EU-Grenzen in Göttingen nach

Will in Göttingen auf Probleme in der EU-Flüchtlingspolitik hinweisen: Aktivistin Anette Ramaswamy sprüht mit Kreide die EU-Außengrenzen auf den Boden der Fußgängerzone in Göttingen. Foto: Dittrich

Göttingen. Aktivisten haben am Dienstag in der Fußgängerzone in Göttingen die Außengrenzen Europas nachgestellt und damit gegen die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union protestiert.

Die Aktion bezieht sich auf die jüngsten Versuche von Flüchtlingen, das Mittelmeer mit Booten zu überqueren. Nach aktuellen Angaben sind mehr als 1000 Menschen in den letzten zwei Wochen ertrunken. „Wir wollten, dass auch in Göttingen ein Zeichen dagegen gesetzt wird“, erklärt Anette Ramaswamy, während sie vor dem Gänseliesel mit Sprühkreide Silhouetten von Menschen auf den Boden sprüht - versehen mit der Unterschrift „Festung Europa“.

Die Meinungen zu der Aktion seien geteilt, erklärt die Frau, die sich bei verschiedenen Aktionen für Flüchtlinge einsetzt. „Einige nehmen es positiv zur Kenntnis. Mit Einzelnen kommen wir gut ins Gespräch. Aber manche regen sich auch darüber auf, dass wir die Fußgängerzone für so etwas nutzen.“ Dabei würde die Aktion sowieso nicht lange sichtbar bleiben. Die Kreide sei abwaschbar und nach dem nächsten Regen vermutlich schon verschwunden.

Eine weitere Aktivistin ist mit der Gieskanne unterwegs und verteilt Wasser auf dem Boden vor dem Gänseliesel - das soll das Mittelmeer darstellen. Es ist die Hauptroute, auf der Flüchtlinge versuchen nach Europa zu gelangen - beispielsweise von Libyen nach Italien.

In den nächsten Tagen seien Mahnwachen in Göttingen für die jüngsten Todesopfer der Passage geplant, sagt Ramaswamy. Sie hofft, dass das mehr Menschen dazu bewegt, den Flüchtlingen zu helfen - auch durch Spenden an Organisationen wie Pro Asyl oder den Arbeitskreis Asyl. (bdi)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.