Diskussion im Ausschuss

Albaniplatz in Göttingen: Tiefgarage statt Parkplatz

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Die Diskussion um die künftige Verkehrsführung läuft: Eine Variante für den Albaniplatz (links) sieht vor, eine Straße direkt an Schulhof (rechts) und der Albani-Kirche (hinten) zu bauen. An diesen Plänen gibt es schon jetzt Kritik.

Göttingen. In einigen Jahren soll die Stadthalle Göttingen saniert sein. Wann sie fertig sein wird, steht noch in den Sternen. Die Ausräumarbeiten haben kürzlich begonnen. Auch draußen vor der Tür wird einiges passieren: der Verkehr rund um das Veranstaltungszentrum samt Albaniplatz wird neu geordnet.

Zentraler Punkt ist dort der Neubau einer Tiefgarage unter dem Albani-Platz. Das ist gleichzeitig der Schlüssel, um diesen Bereich umgestalten zu können.

Das Problem: Es stehen vier Varianten zur Diskussion, wie der Verkehr oberirdisch geführt werden könnte. Über die Vorschläge diskutierte der Bauausschuss. Das Gremium mochte sich bislang auf keine der Varianten festlegen. Und es gibt zu einzelnen Alternativen massive Bedenken – insbesondere von Vertretern der Albani-Schule und der Albani-Kirchengemeinde.

Streit entzündet sich so an dem Neubau einer Straße entlang der bestehenden Mauer der Grundschule und nahe der Albani-Kirche. Und genau diese Variante 2A wird von den Verkehrsplanern und von den Christdemokraten favorisiert. Vorteil dabei: Der künftige Albani-Platz kann weitgehend frei gestaltet werden. So könnten sich dort Besucher aufhalten und es entstünde ein neuer Bereich für Open-Air-Veranstaltungen. Nachteile: Die neue Straße führt direkt am bestehenden Schulhof vorbei, was Gefahren für die Kinder dort heraufbeschwören würde. Außerdem wäre diese Straße vor dem Schulhof aus Sicht der Kritiker geradezu eine Einladung als Haltestelle für Eltern-Taxi-Fahrten.

Weiteres Problem: Die Straße würde direkt am Chor der Albani-Kirche vorbeiführen. Und die Kirche hat in diesem Bereich offenbar ein statisches Problem. Der Kirchenvorstand befürchtet, dass sich das durch den Straßenverkehr und Erschütterungen noch verstärken könnte, so Pastor Martin Hauschild.

Von den Sozialdemokraten wird hingegen die Variante 1 favorisiert: eine Einbahnstraße vom Hainholzweg über den Cheltenhampark zum Albani-Platz. Entscheidender Nachteil: Möglicherweise müssten einige wertvolle Bäume im Bereich des Cheltenhamparks dafür gefällt werden. Um das zu umgehen, gibt es die Idee, einen Teil dieser Straße unterirdisch zu führen, was allerdings zusätzliche Kosten verursachen würde.

Praktisch ausgeschieden ist die Variante 2B, bei der eine neue Straße zwischen Schule und Stadthalle über den neuen Platz gebaut werden könnte. Entscheidender Nachteil: Der Albaniplatz wird bei dieser Variante geteilt und kann nicht mehr richtig „bespielt“ werden, auch bei Open-Air-Veranstaltungen wie beim NDR-2-Soundcheckfestival und der dortigen City-Stage-Bühne.

Im Gespräch ist noch die Variante 3, bei der der Verkehr über die Friedrichstraße und Burgstraße zur Innenstadt und entgegen der jetzigen Fahrrichtung geführt werden könnte. Aber: Die Verkehrs- und Luftbelastung für Anwohner würde steigen.

Über die verschiedenen Möglichkeiten soll am Donnerstag, 6. Dezember, weiter im Bauausschuss diskutiert werden. Schul- und Kirchenvertreter haben angekündigt, dabei sein zu wollen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr im Haus 6 des Weender Krankenhaus.

Pro-City fordert Tiefgarage unter Albaniplatz und neues Parkleitsystem

Inzwischen meldet sich der Verein Pro-City, der die Interessen der Innenstadt-Geschäftsleute vertritt, mit Blick auf die Gestaltung des Albaniplatzes zu Wort.

„Die Göttinger Innenstadt ist darauf angewiesen, für alle Besuchergruppen auch mit dem Auto gut erreichbar zu sein“, heißt es in einer Stellungnahme von Susanne Heller und Robert Vogel, den Vorsitzenden des Vereins. Sie haben vier zentrale Forderungen, die bei der anstehenden Entscheidung mit berücksichtigt weren sollen.

Pro-City spricht sich aus...

• für eine Verkehrsführung über den Albaniplatz;

• für den Erhalt der Parkschleife durch die Lange-Geismar-Straße, Kurze-Geismar-Straße und Rote Straße;

• für eine Tiefgarage unter dem Albaniplatz mit mehr Parkplätzen als bisher;

• für die Installation eines neuen und modernen Parkleitsystems in Göttigen. „Dadurch wird der Parksuchverkehr vermindert, Ärger und Frustration bleiben aus und Besucher kommen wieder gerne und einfach nach Göttingen“, heißt es in der Pro-City-Stellungnahme.

Naturschutz: Cheltenhampark nicht schädigen

Die Naturschutzbeauftragte der Stadt Göttingen, Britta Walbrun, lehnt die Variante 1 (V1), die durch den Cheltenhampark eine Straßenverbindung vorsieht, strikt ab. Grund: Wertvolle Baumbestände würden verschwinden, ein wichtiges Naherholungsrefugium zerstört, Bau- und Naturdenkmaler geschädigt. Walbrun ist deshalb erstaunt darüber, dass V 1 in den Vorlagen des Bauausschusses überhaupt noch auftaucht. Denn das Verkehrgutachten sei zu dem Fazit gekommen, V 1 könne nicht weiterverfolgt werden. Auch den Bau einer Tiefgarage sehen die Naturschützer kritisch. Walbrun appelliert auch an die Ratsmitglieder: „Was spricht eigentlich dagegen, den jetzigen Straßenverlauf um die Stadthalle zu erhalten?

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