"Bin über mich selbst erschrocken"

Alkohol am Steuer: Bürgermeister-Kandidatin fuhr betrunken Auto

Geht für CDU in Gleichen in Rennen: Hilke Vollmer. Foto: nh

Göttingen/Gleichen. Hilke Vollmer, CDU-Bürgermeisterkandidatin für die Gemeinde Gleichen und Pressesprecherin der Polizeidirektion Göttingen, ist betrunken Auto gefahren. Sie wurde nach dem Neujahrsempfang der Stadt Göttingen ertappt.

Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse bestätigte am Mittwoch die Promillefahrt seiner Pressesprecherin in der vergangenen Woche. Er bestätigte, dass der Wert über 1,1 Promille lag. Allerdings werde es in diesem Fall kein Disziplinarverfahren geben.

Stellungnahme  Hilke Vollmers:

"Ich stehe zu meinem Fehler, dass ich unter Alkoholeinfluss Auto gefahren bin. Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe, der mir ganz gewiss eine Lehre sein wird und mir unendlich leid tut. Selbstverständlich ist mir bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist. Alles Weitere wird das Verfahren klären, dem ich mich selbstverständlich stellen werde."

Hintergrund: Vollmer ist Angestellte und unterliegt damit nicht dem Beamtenrecht. Stattdessen werde man den Fall arbeitsrechtlich betrachten. Allerdings hat Kruse seine Sprecherin von ihrem Amt entbunden. „Wir haben natürlich auch eine Fürsorgepflicht“, betonte der Polizeipräsident. Mit Blick auf den Fall sagte Kruse zudem: Leider erlebe er es immer wieder, dass Interna aus der Behörde nach außen getragen werden. Außerdem muss sich Vollmer den üblichen strafrechtlichen sowie führerscheinrechtlichen Konsequenzen stellen.

Nach inoffiziellen Angaben hatte die Ex-Sprecherin der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion 2,4 Promille Alkohol im Blut. „Man müsse prüfen, ob man es mit einem Krankheitsbild zu tun hat“, sagte Kruse. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr gegen die 31-Jährige eingeleitet, sagte ein Sprecher.

Aktualisiert um 14.40 Uhr

Im Hinblick auf die Kandidatur für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Gleichen sagte Kruse: Das sei Vollmers Privatangelegenheit. Die 31-Jährige hatte ihre Kandidatur für das Bürgermeisteramt erst Mitte Dezember erklärt. Die Christdemokraten in Gleichen wollen trotz der Promillefahrt an ihrer Kandidatin festhalten. Der Vorstand habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, teilte der Vorsitzende Wolfgang Schöngraf mit. Hilke Vollmer hatte nach dem Studium in Berlin für die CDU-Wahlkreisabgeordnete Rita Süssmuth und dann in Hannover als Pressesprecherin in der CDU-Fraktion gearbeitet, bevor sie im Juli 2012 die Leitung der Pressestelle bei der Polizeidirektion übernahm. (bsc/dpa)

Alkohol: Harte Strafen für Sünder

Unter Alkoholeinfluss verändert sich die Wahrnehmung von Verkehrsteilnehmern erheblich. Das Unfallrisiko steigt. Deshalb werden Verstöße bestraft.

Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille Alkohol im Blut erwischt wird, ohne alkoholisiert aufzufallen, wird wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt. Das heißt laut ADAC in aller Regel: Geldbuße von 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg. Wer mit seinem Auto einen Unfall verursacht oder auffällig fährt, begeht bereits ab 0,3 Promille eine Straftat und wird mit einem Fahrverbot oder mindestens sechs Monaten Führerscheinentzug und sieben Punkten in Flensburg belangt.

Autofahrer, die mit 1,1 Promille oder mehr aus dem Verkehr gezogen werden, gelten als absolut fahruntüchtig. Auch ohne alkoholtypisches Fehlverhalten im Straßenverkehr liegt hier nicht mehr nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat vor. Es droht eine hohe Geldstrafe, bei Wiederholungstätern sogar Freiheitsstrafe. Die Fahrerlaubnis wird für mindestens sechs Monate entzogen.

Ähnliches gilt für Radfahrer, die betrunken erwischt werden. Sie sind bei 1,6 Promille absolut fahruntüchtig. Auch sie können den Führerschein verlieren, wenn die Führerscheinbehörde wegen der hohen Alkoholisierung auf eine Untauglichkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen schließt. Dies hätte eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung, umgangssprachlich Idioten-Test genannt, zur Folge. (bsc)

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