„Alle Tiere sind gleich“ feiert Premiere im Jungen Theater Göttingen

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Junges Ensemble: 29 Kinder und Jugendliche arbeiteten an der Produktion mit. Von Publikum gab es dafür langanhaltenden Applaus. 

Göttingen. Doppelte Premiere im Jungen Theater: „Alle Tiere sind gleich“ frei nach George Orwell ist am Sonntag zum ersten Mal aufgeführt worden.

Und zum ersten Mal sind dafür 29 sieben- bis 13-jährige Kinder und Jugendliche des Mini- und YOLA-Clubs (YOLA für „You Only Love Acting“) in einem Ensemble aufgetreten. Mit viel Spielfreude haben sie die Geschichte von Orwells „Farm der Tiere“ präsentiert. Der Premierenapplaus wollte kaum enden.

Die Geschichte des Romans ist schnell erzählt. Die Tiere auf einer englischen Farm erheben sich gegen die Gewaltherrschaft der Menschen. Zuerst sieht alles besser aus. Doch die Schweine übernehmen schnell die Führungsrolle. Schwein Napoleons Willkür übertrifft die Ungerechtigkeiten der menschlichen Herrschaft.

Mit einem einfachen Kunstgriff verwandeln sich die Akteure in Tiere: Statt aufwendiger Pelz- oder Federkostüme tragen sie den Tierarten farbig zugeordnete T-Shirts mit Aufschrift. Orange sind die Schweine, die Schrift erklärt „Schwein“. Die Schafe tragen weiße T-Shirts mit Schriftzug. Während sie nach der Vertreibung der Menschen zunächst alle gemeinsam feiern, bilden sich schnell diverse Grüppchen. Die Schweine nehmen sich Rechte heraus, die ihnen nicht mehr als den anderen zustehen. Heimlich biegen sie die sieben Gebote zurecht.

„Wahnsinn“ sei die Produktion gleich in zweierlei Hinsicht gewesen, beschrieb Sascha Gebert, der das Projekt mit seiner Frau Yvonne Gebert geleitet hat. Logistischer Wahnsinn sei es gewesen, mit der großen Zahl von 29 Heranwachsenden zu arbeiten. Wahnsinn nannte er auch die Altersspanne. Ihre Textfassung mussten sie zusammenstreichen.

Die Gruppe habe sich eines sehr erwachsenen und sehr politischen Themas angenommen, lobte Intendant Nico Dietrich. Mit großer Spielfreude gelang es den Akteuren, die Story überzeugend zu vermitteln. In 70 Minuten ist sie erzählt, 70 Minuten, die auch für junge Zuschauer wie im Flug vergehen werden. Denn ständig ist Bewegung auf der Bühne.

Weitere Vorstellungen gibt es am Montag, 13. Juni, und am Dienstag, 14. Juni, um 11 Uhr. Am Sonntag, 19. Juni, wird das Stück um 15 Uhr aufgeführt. Anmeldungen nimmt die Theaterpädagogin Kathrin Müller-Grüß via E-Mail an jugend@junges-theater.de entgegen. 

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