Lesung mit Max Czollek und Alice Hasters

Alltagsrassismus ist (fast) überall zu spüren

Rassismus ist Teil des Alltags: Das machten Max Czollek und Alice Hasters bei ihrem Auftritt beim Göttinger Literaturherbst deutlich.
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Rassismus ist Teil des Alltags: Das machten Max Czollek und Alice Hasters bei ihrem Auftritt beim Göttinger Literaturherbst deutlich.

Der Rassismus gehört zum Alltag und ist (fast) überall spürbar. Zwei Autoren schärften beim Literaturherbst die Sinne der Zuhörer bei diesem Thema.

Göttingen – Max Czollek stellte sein Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ vor. An seiner Seite hatte er Alice Hasters, die Einblicke in ihr Buch „Gegenwartsbewältigung“ gab.

Hasters ist als Tochter eines weißen Vaters und einer schwarzen Mutter in Köln aufgewachsen. Sie identifiziert in ihrem Buch konkrete Beispiele von Rassismus. So sei schwarze („black“) Musik beliebt. Aber Geld verdienen damit nach ihren Beobachtungen in der Regel nur weiße Musiker. Rassismus spürt sie auch beim Karneval in ihrer Heimatstadt - zum Beispiel bei Beschreibungen von Kostümen, mit denen man sich als Schwarzer verkleiden kann. Sie sagt „Kultur wird durch Weiße legitimiert.“

Auch Czollek führte klare Beispiele auf. Gleichzeitig versuchte er, gemeinsam mit Hasters den Blick weiter zu lenken. So habe er häufig mit Menschen zu tun, die eine Lösung für das Problem einfordern. Denen hält er entgegen: „Wir schreiben keine Kochbücher, kein Buch kann Probleme lösen.“

Stattdessen wollen beide zum Nachdenken anregen, über die eigene Wahrnehmung, über das eigene Handeln. Das ist dem Autoren-Duo an diesem Abend gut gelungen.  (bsc)

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