SPLITTER AUS DER LANDESHAUPTSTADT

Als Siggi Gabriel mit Gerhard Schröder um die Steuern stritt

Gerhard Schröder im Jahr 2003: Der damalige Bundeskanzler torpedierte den Landtagswahlkampf von SPD-Genosse Sigmar Gabriel.
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Gerhard Schröder im Jahr 2003: Der damalige Bundeskanzler torpedierte den Landtagswahlkampf von SPD-Genosse Sigmar Gabriel.

Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat wieder genau hingeschaut und -gehört.

Hannover – Das Ergebnis: Die Splitter der Woche aus der Landeshauptstadt:

Kein langes ver-Weilen

Wie macht Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) das bloß? Mittags eine Bootstour auf der Weser, nachmittags ein Rundgang durch Hameln, abends als Gast in der ZDF-Talkrunde von Markus Lanz. Aber dahinter steckte keineswegs eine logistische Meisterleistung: Die Fernsehsendung fand nicht live statt; sie war bereits einen Tag vor dem Trip in die Rattenfänger-Stadt im ZDF-Studio Hamburg aufgezeichnet worden.

Showdown im Emsland

Einen Monat vor dem offiziellen Schaulaufen um den CDU-Bundesvorsitz und der Vorentscheidung für den Unions-Kanzlerkandidaten machen zwei Haupakteure der Niedersachsen-CDU ihre Aufwartung. Auf dem Landesparteitag in Lingen im November sind Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geladen. Sie sollen auch erscheinen. „Die Planungen dafür stehen“, gibt sich Kai Seefried, Generalsekretär der Landes-CDU trotz Corona-Unwägbarkeiten sicher.

Alles ist relativ

Wer bei der Niedersachsen-FDP anruft und in der Warteschleife landet, bekommt einen ganz besonderen Trost. „Entschuldigen Sie bitte, wenn es etwas dauert“, flötet die angenehme Stimme einer Parteifreundin. „Aber keine Sorge, es kann gar nicht so lange dauern wie eine Existenzgründung in Deutschland, Behördengänge, Genehmigungen.“ Dafür könne es zwei Wochen, wenn nicht sogar zwei, drei Monate brauchen. „So betrachtet, ist Ihre Wartezeit bei uns doch ganz akzeptabel.“

Lang, lang ist’s her ...

Abriss oder Verfall bleiben dem Büro-Hochhaus am Hauptgüterbahnhof in Hannover erspart; die lange Zeit unansehnliche Immobilie wird zum Hotel. Die SPD dürfte die Rettung mit gemischten Gefühlen begleiten. Von hier wurde der Landtagswahlkampf 2003 von Ex-Ministerpräsident Sigmar Gabriel organisiert. Mit griffigen Slogans und pfiffigen Plakaten für mehr Steuergerechtigkeit versuchten sie, die Niederlage gegen Christian Wulff (CDU) abzuwenden. Vergeblich – auch wegen der Querschüssse des Kanzlers Gerhard Schröder (SPD), der seinem Genossen steuerlich kräftig in die Parade fuhr.

Von Peter Mlodoch

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