Für altes Fachwerkhaus: Eigentümer gewinnt Preis

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Ausgezeichnet: Der Göttinger Verleger Gerhard Steidl präsentiert seine Urkunde des „Preises für Denkmalpflege“ und zeigt auf das Fachwerkhaus im Modell von Architekt Peter Zumthor.

Göttingen. Der Eigentümer des alten Göttinger Fachwerkhauses an der Düsteren Straße, Gerhard Steidl, ist mit dem Denkmalpflegepreis 2016 der Sparkassenstiftung ausgezeichnet wurden.

Das Haus, das heute das Archiv des verstorbenen Schriftstellers Günter Grass beherbergt, hat der Göttinger Verleger instandgehalten und restauriert. Seine Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert.

„Ich habe das Haus in den 80er-Jahren für 40.000 D-Mark gekauft. Als ich überlegt habe, es abzureißen, fiel mir auf, dass es unter Denkmalschutz steht“, sagt Steidel, der 30 Jahre mit Günter Grass zusammengearbeitet hat. „Schließlich habe ich mich dazu entschlossen, das Haus so zu erhalten, wie es ursprünglich war“.

Die historische Bausubstanz blieb erhalten und das Gebäude wurde an die Anforderungen eines modernen Archivs angepasst, sodass Steidl das Günter-Grass-Archiv dort unterbringen konnte. „Es ist ein Haus für die Öffentlichkeit, ein Haus für alle“, so Steidl.

Der Denkmalpflegepreis, der von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung alle zwei Jahre an mehrere Denkmäler verliehen wird, zeichnet Eigentümer aus, die die Denkmäler mit viel Engagement restaurieren, pflegen und die Bauwerke auf lange Sicht nutzbar halten.

Eine Wand voller Werke: Im Fachwerkhaus ist das Archiv von Günter Grass untergebracht.

„Bauwerke erzählen uns etwas über die Vergangenheit der Stadt und des Landes. Sie sind Geschichtsquellen, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen“, sagt Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Das Göttinger Fachwerkhaus, in dem ein massives Stahlgerüst eingebaut ist, ist entkernt und besitzt Fachwerk-Fächer aus verschiedenen Epochen. Im Inneren wurde das ursprüngliche Mauerwerk teilweise freigelegt, wodurch Besucher die wechselhafte Geschichte des Bauwerks nachvollziehen können. „Ursprünglich war das ein ‘Armes-Leute-aus’“, sagt Steidl. „Das Haus stellt sich und seine eigene Schönheit selber aus“. Das Fachwerkgebäude wurde etwa 1310 erbaut, womit es zu den ältesten noch erhaltenen Fachwerkhäusern in Göttingen gehört.

Der Preis für Denkmalpflege wurde dieses Jahr zum 16. Mal von der Sparkassenstiftung verliehen und ist mit insgesamt 75.000 Euro dotiert. Dieses Geld wir unter allen 19 Denkmälern, die dieses Jahr ausgezeichnet wurden, aufgeteilt.

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