Alzheimer-Behandlung von Göttinger Forschern geht in Testphase

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Ursachen: Wissenschaflter der Universitätsmedizin Göttingen setzen im Kampf gegen Alzheimer bei den Abeta Peptiden an.

Göttingen. Mit Antikörpern wollen Göttinger Forscher der Universitätsmedizin ursächlich gegen die Alzheimer-Demenz vorgehen. Die Antikörper sollen die schädlichen Abeta Peptide attackieren.

Bislang gibt es nur Therapien, die versuchen, Symptome zu lindern. Keine aber konnte bislang den Krankheitsverlauf stoppen.

Eine Zusammenarbeit von UMG-Wissenschaftlern mit Kollegen der britischen Forschungsorganisation MRC Technology und eines Unternehmens der Uni Göttingen, MBM Science Bridge GmbH, könnte erfolgversprechend sein. Zunächst soll der bislang nur in Tierversuchen erprobte Antikörper NT4X für die Anwendung beim Menschen weiterentwickelt werden.

Pionier bei der Entwicklung von NT4X ist Prof. Dr. Thomas Bayer. Der Antikörper erkennt die beiden schädlichen Abeta-Peptide, die Ablagerungen verursachen und macht sie unschädlich. Man nimmt an, dass eine Ursache für die Alzheimer-Krankheit diese Bildung von Ablagerungen außerhalb der Nervenzellen ist. Die Plaque-Bildung entsteht noch bevor Symptome bei den Kranken erkennbar sind.

Weltweit laufen klinische Studien mit Alzheimer-Patienten – ohne therapeutischen Erfolg. Bislang versuchen die Forscher die Ablagerungen zu verhindern. Der Ansatz der Göttinger Forscher nun zielt auf die besagten Abeta-Peptide als Verursacher.

Erfolgreich: UMG-Alzheimer-Forscher Prof. Dr. Thomas Bayer.

Alzheimer-Demenz ist die häufigste Demenz-Erkrankung. Die nervenzerfetzende Erkrankung beginnt meist nach dem 65. Lebensjahr. In Deutschland leiden etwa 1,2 Millionen Menschen unter Demenz, weltweit sind schätzungsweise 29 Millionen Patienten betroffen.

Die Prognose ist ernüchternd: Mit steigender Lebenserwartung, einer älter werdenden Bevölkerung werden die Patientenzahlen sprunghaft steigen, erwarten die Experten.

Professor Dr. Thomas Bayer leitet die Arbeitsgruppe Molekulare Psychiatrie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni-Klinik Göttingen. Die Schwerpunktprofessur befasst sich mit mit den Grundlagen der Alzheimer Krankheit, deren Entstehung, Identifizierung von Einflussfaktoren und der Entwicklung neuer Wirkstoffe über Antikörper.

„Wir gehen der Frage nach, welche molekularen Ursachen Nervenzellen absterben lassen und welche Konsequenzen der Verlust dieser Zellen auf Lern- und Gedächtnisleistungen im Tiermodell hat“, sagt Thomas Bayer. Außerdem wollen die Forscher wissen, welche molekularen Prozesse an diesen Vorgängen beteiligt sind.

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