"Göttingen Goes City"

Am Samstag: Pro-City-Aktion für Innenstadt-Besucher in Göttingen

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Göttingen, Parkhaus am Carre-Einkaufszentrum, Waageplatz, Parkhäuser, Innenstadt: Stark frequentiert sind die Parkhäuser in Göttingen. Innenstadt-Besucher bemängeln Anzahl, Ausschilderung und Erreichbarkeit.

Göttingen. Innenstadtbesucher, egal, ob sie zu Fuß, per Fahrrad, Bus oder Auto kommen, werden sich am Samstag wundern: Mitarbeiter und Unterstützer von Pro City werden bei der Aktion „Göttingen goes City“ auf sie zugehen, um Tipps zur Anreise und zum Parken zu geben.

aktualisiert um 14.40 Uhr - „Wir wollen ein positives Zeichen setzen und den Innenstadtbesuchern zeigen, welche Möglichkeiten sie haben, wo sie wie und wann hinkommen und – fast – immer einen Parkplatz finden“, sagt Frederike Breyer, Geschäftsführerin der Händlervereinigung Pro City.

Staus vor Parkhäusern gehören vor allem an Wochenenden zum Stadtbild. Viele Göttingen-Besucher von außerhalb fahren aus Gewohnheit immer das ihnen bekannte Parkhaus an und nehmen Wartezeiten in Kauf. „Das muss nicht sein, denn es gibt Alternativen“, sagt Breyer.

Pro City wird deshalb am Samstag Flyer verteilen. Die Faltblätter sind auch Wegweiser „zu den vielen Parkplätzen, die nicht so bekannt sind, also an Schulhöfen, der Universität und am Kreishaus“.

Zusätzlich zu den ausgewiesenen 4300 Parkplätzen kommen so am Wochenende noch einmal 1200 hinzu. Das wissen viele Gäste, aber auch Göttinger nicht.

Aktion für Innenstadt-Besucher: Frederike Breyer von Pro City.  

Die Aktion „Göttingen goes City“ bedeute aber nicht, dass Pro City „nicht weiter Missstände aufzeigen und sich für Verbesserungen einsetzen will“, sagt Breyer. Sie spielt damit auf die eigene Erhebung zur Anzahl von Parkplätzen an. Pro City hatte an Samstagen gut 3000 verfügbare Plätze ermittelt – andere seien zum Teil dauervermietet. Stadtbaurat Thomas Dienberg nennt hingegen 5400 verfügbare Plätze an Samstagen.

Eine Befragung des Handelsverbandes in Kooperation mit Stadt und Pro City hatte bei einer eigentlich guten Bewertung für die Einkaufsstadt Göttingen aber auch mäßige Noten ergeben: vor allem für die Parkmöglichkeiten und somit die Erreichbarkeit mit dem Auto. Die Kunden gaben hier die durchwachsene Durchschnittsnote 3,2. Noch schlechter wird die Ausschilderung der Parkmöglichkeiten (Note 4) bewertet. Grund: Es gibt kein intelligentes Parkleitsystem, auf das vor allem Auswärtige angewiesen sind. Vielleicht hilft ja der Flyer „Göttingen goes City“ – der auch Infos für Innenstadtbesucher, die mit dem Bus oder Fahrrad einpendeln, bietet.

Übrigens: Auch an Fahrrad-Parkplätzen mangelt es in der Göttinger Innenstadt gewaltig.

Helfen will Pro-City am Samstag auch den von einer Dauer-Großbaustelle betroffenen Händlern an der Roten Straße. So werden in einer Sandkiste Dosen mit Gutscheinen versteckt. „Etwa 150 warten darauf ausgebuddelt zu werden“, schildert Frederike Breyer.

Grüne freuen sich über Aktion von Pro City

Unterdessen freut sich Uli Holefleisch von den Grünen im Göttinger Rat über die Aktion am Samstag: „Wir freuen uns, dass Pro City entdeckt hat, dass nicht alle Innenstadtbesucher mit dem Auto anreisen möchten, sondern Rad und Bus gleichberechtigte Formen der Mobilität darstellen.“

In der Vergangenheit habe sich Pro City insbesondere für die Belange der Autofahrer eingesetzt und beispielsweise für den aktuellen Ausbau der Roten Straße mehr Stellplätze für Autos gefordert. Holefleisch: „Es ist wirklich ein Fortschritt, wenn Pro City jetzt nicht nur auf Parkplätze für PKWs, sondern auch auf Stellplätze für Räder hinweist.“

Die Grünen haben jedoch Bedenken mit Blick auf die Absicht von Pro City, Radfahrer auf „die zahlreichen diebstahlsicheren Anschlussmöglichkeiten“ am Rande der Innenstadt hinzuweisen. Holefleisch: „Gemeint sind die Anschlussmöglichkeiten, die an mehreren Stellen im Busring zu finden sind. Diese sind jedoch regelmäßig so voll, dass es dort gar nicht mehr möglich ist, sein Rad abzustellen – und diebstahlsicher sind sie auch nicht.“

Daher fordern die Grünen zur Entlastung des "Parkdrucks" weitere Radabstellanlagen. Gemeinsam mit der SPD habe man bereits im Mai beantragt, sichere Stellplätze für Fahrräder im Innenstadtbereich zu schaffen.

www.procity.de

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