Kritik kommt von der CDU – SPD verteidigt die Entsorgungsbetriebe

Am Winterdienst in Göttingen scheiden sich die Geister

Godehardstraße in Göttingen
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Auf der Godehardstraße in Göttingen lag am Mittwoch noch so viel Schnee, dass ein Autotransporter vorübergehend nicht weiterkam.

Am Winterdienst in der Stadt Göttingen gibt es Kritik – von den Christdemokraten im Rat und von vielen Internetnutzern. Die SPD verteidigt hingegen die Entsorgungsbetriebe, die nach eigenen Angaben „rund um die Uhr“ arbeiten.

Göttingen – Unmut regt sich vor allem darüber, dass noch Mitte der Woche viele Straßen in Uni-Stadt nicht geräumt waren. „Nicht mehr zu zählen sind die bitteren Beschwerden aus den Göttinger ,Bergdörfern’, dass weder häusliche Pflegedienste noch Essen auf Rädern die Haushalte dort erreichen können“, heißt es von der CDU-Fraktion. „Selbst am vierten Tag nach den massiven Schneefällen können Grundschulen und Kitas nicht erreicht werden, wodurch die Eltern mit systemrelevanten Berufen vor kaum lösbare Problem gestellt werden“, so die Christdemokraten weiter.

Langer „Flockdown“

CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein macht deutlich: „Dass ein ,Flockdown’ eine Stadt 48 Stunden lahmlegt, mag unter extremen Bedingungen noch angehen, dass es aber trotz Sonnenscheins dann volle drei Tage dauern soll, bis nach der Prioritätsliste die Schneepflüge auch zum ersten Mal in die den höheren Lagen der Stadt zu räumen beginnen, darf doch nicht wahr sein.“

Extremes Wetter

Die Stadtverwaltung und die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) machen hingegen deutlich: „Die Kapazitäten für den Winterdienst sind nicht für ein extremes Wetterereignis ausgerichtet.“ Allerdings sei der Winterdienst der Stadt Göttingen seit dem vergangenen Wochenende rund um die Uhr im Einsatz. Pro Schicht sind neun Winterdienstfahrzeuge, davon sieben Fahrzeuge auf den Straßen und zwei auf den Radwegen, im Einsatz. Hinzu kommen zehn Kolonnen, die per Hand Schnee räumen. Der Winterdienst wurde inzwischen durch Mitarbeiter der Abfallentsorgung und des Baubetriebshofs verstärkt.

Mit Blick auf zusätzliche Kapazitäten führen Stadtverwaltung und GEB an, dass diese kurzfristig nicht anzumieten waren. Erst ab Mittwoch erfolgte punktuell Verstärkung durch einen Landwirt in einem Ortsteil. Auch ein anderen privates Unternehmen bietet inzwischen Unterstützung an.

Prioritätenliste

Stadtverwaltung und GEB verweisen erneut darauf, dass der Winterdienst streng nach einer Prioritätenliste erfolgt. Hauptverkehrsstraßen und Straßen mit Busverkehr sowie Zufahrtsstraßen haben absoluten Vorrang vor den Wohnstraßen. Am Dienstag und Mittwoch wurden erstmals Straßen mit B-Priorität geräumt. Mit der Räumung der ersten Wohnstraßen (C-Priorität) wurde ebenfalls am Mittwoch begonnen.

SPD dankt für Einsatz

Unterdessen verteidigt die SPD-Fraktion im Rat die Göttinger Entsorgungsbetriebe. Der Kampf gegen die Schneemassen sei in der ersten Halbzeit nicht zu gewinnen gewesen. Die SPD weist mit deutlichen Worten die Einschätzung der CDU zurück, dass bei die GEB „Dienst nach Vorschrift“ gemacht werde.

„Es versteht sich von selbst, dass die Mitarbeiter nicht zu jeder Zeit überall im Stadtgebiet gleichzeitig ihre Einsätze leisten können“, heißt es von den Göttinger Sozialdemokraten, die allen Mitarbeitern der Stadt im Winterdienst für ihr besonderes Engagement danken. (Bernd Schlegel)

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