Gefährliche Körperverletzung

Amtsgericht Göttingen verurteilt zwei Männer wegen Prügelei zu Bewährungsstrafen

Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Hier wurde das Duo verurteilt.
+
Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Hier wurde das Duo verurteilt. (Archivfoto)

Zweieinhalb Jahre nach einem Überfall auf Besucher eines Lokals in der Göttinger Innenstadt hat das Amtsgericht Göttingen zwei 26 und 30 Jahre alte Angeklagte wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Göttingen – Das Gericht sah es nach umfangreicher Beweisaufnahme als erwiesen an, dass die beiden ursprünglich aus Essen und Gießen stammenden Männer im Februar 2019 auf einen Kneipenbesucher eingeprügelt und diesen erheblich verletzt haben. Der damals 29 Jahre alte Nebenkläger hatte dabei unter anderem einen Nasenbeinbruch erlitten.

Das Gericht sah den 26-jährigen studierten Forstwirt als Haupttäter an. Dieser erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Der 30-jährige, der nach eigenen Angaben ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft absolviert hat, erhielt eine Bewährungsstrafe von acht Monaten. Als Bewährungsauflage sollen die Angeklagten unter anderem 120 beziehungsweise 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Diese hatte gefordert, die Angeklagten zu Freiheitsstrafen von eineinhalb Jahren beziehungsweise einem Jahr zu verurteilen, jeweils ausgesetzt zur Bewährung. Die Verteidiger hatten dagegen auf Freispruch plädiert.

Die Polizei hatte damals nach dem gewalttätigen Vorfall berichtet, dass man von einer politisch motivierten Tat ausgehe. Deshalb hatte das Staatsschutzkommissariat die Ermittlungen übernommen. Beide Angeklagte sollen mit der rechten Szene in Verbindung stehen. Im Internet kursieren Fotos, die sie bei Veranstaltungen der AfD sowie der so genannten Identitären Bewegung (IB) zeigen, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingeschätzt wird.

In der Urteilsbegründung kam dieses Thema nicht zur Sprache. Aufgrund der Zeugenaussagen kam das Gericht zu dem Schluss, dass der 26-Jährige der Antreiber und Aggressor gewesen sei und sich gleich beim Betreten des Lokals als Anführer gebärdet habe. Da die Angeklagten als Gruppe aufgetreten seien, habe es sich um ein gewolltes Zusammenwirken gehandelt. Somit sei die Tat als gemeinschaftlich begangene Körperverletzung zu bewerten. (Heidi Niemann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.