Priorisierungsgruppen nicht aufweichen

Weisung aus Hannover: Ministerium verbietet Spontan-Impfungen mit Astrazeneca in Göttingen

Blick in das Impfzentrum auf der Siekhöhe in Göttingen: Dort sollte es Spontan-Impfungen mit Astrazeneca geben. Sie sind noch doch nicht erlaubt.
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Blick in das Impfzentrum auf der Siekhöhe in Göttingen: Dort sollte es Spontan-Impfungen mit Astrazeneca geben. Sie sind noch doch nicht erlaubt. (Archivfoto)

Die Stadt Göttingen darf den Impfstoff von Astrazeneca doch nicht weiter an Menschen geben, die noch nicht impfberechtigt sind.

Update vom 07.04.2021, 16.05 Uhr: Das niedersächsische Sozialministerium hat den Göttinger Vorstoß für Spontan-Impfungen mit Astrazeneca vorerst gestoppt. Per Erlass untersagte Ressortchefin Daniela Behrens (SPD) am späten Mittwochnachmittag der Stadt, über 60-Jährige ohne weitere Berechtigung wie Vorerkrankung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe mit dem umstrittenen Vakzin zu impfen. Auch alle anderen Kommunen erhielten „aus gegebenem Anlass“ per E-Mail ebenfalls das entsprechende Verbotsschreiben.

Göttingen hatte am Vortag allen Interessierten Bewohnern, die über 60 Jahre alt sind, angeboten, sich ab Mittwoch täglich jeweils zwischen 19 und 21 Uhr im Impfzentrum Siekhöhe für eine Impfung mit übriggebliebene Dosen von Astrazeneca schriftlich zu bewerben.

Diesem pragmatischen Schritt, den schon Nordrhein-Westfalen über Ostern mit rund 400 000 Dosen gegangen war, machte aber das Sozialressort einen Strich durch die Rechnung. Es verwies auf die bundesweit gültige Impf-Priorisierungsliste, wonach bislang nur über 80- und 70-Jährige sowie Angehörige bestimmter Berufe wie Ärzte, Polizisten oder Lehrkräfte den Viren-Schutz bekommen dürfen. „Eine generelle Öffnung für weitere Personen ist nicht vorgesehen“, heißt es unmissverständlich in dem Erlass.

Laut Ministerium müssen keine Dosen weggeworfen werden. „Es findet sich immer noch ein Rettungssanitäter oder eine Kindergärtnerin, die jetzt wirklich dran sind“, betonte eine Sprecherin. Der Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Dirk-Ulrich Mende, zeigte dagegen Verständnis für den Göttinger Weg. „Impfstoffe dürfen nicht verfallen.“

Erstmeldung vom 07.04.2021, 8.30 Uhr: Göttingen - Ab Mittwoch, 7. April, sind Spontan-Impfungen mit Astrazeneca im Göttinger Impfzentrum Siekhöhe möglich. Das Angebot richtet sich an Bewohner der Uni-Stadt, die mindestens 60 Jahre alt sind.

Göttingen – Bislang wurden Berufsgruppen direkt kontaktiert, die für eine Impfung gegen das Corona-Virus mit dem Impfstoff Astrazeneca berechtigt waren. Durch die Umstellung der Impfempfehlung für unter 60-jährige können jetzt nicht mehr alle vorrätigen Impfdosen von Astrazeneca sofort aufgebraucht werden.

Laut Stadtverwaltung ist ab Mittwoch, 7. April, mit einem Überschuss von etwa zehn Impfdosen täglich zu rechnen. Diese übrigbleibenden Impfdosen sollen anderen Interessierten zur Verfügung gestellt werden. In Frage kommen Göttinger, die 60 Jahre und älter sind. Die Impfung erfolgen abends zwischen 19 und 21 Uhr im Impfzentrum, Anna-Vandenhoeck-Ring 13.

Wer über 60 Jahre alt ist und in Göttingen wohnt, zwischen 19 und 21 Uhr flexibel ist, kann sich für dafür anmelden. Täglich werden die Anmeldelisten geprüft. Wer in Frage kommt, wird kurzfristig kontaktiert und für den jeweiligen Abend eingeladen. Sollten man keine Zeit haben oder nicht erreichbar sein, so wird die nächste Person auf der Liste kontaktiert. Vorrang haben dabei zunächst Menschen über 80, anschließend Menschen über 70 und schließlich Menschen über 60.

Auch wer bereits auf einer Warteliste des Landes steht, kann sich ebenfalls für die Spontanimpfung melden. (Bernd Schlegel, mit lni)

Anmeldung: Stadt Göttingen, c/o Impfzentrum, Hiroshimaplatz 1 – 4, 37083 Göttingen, E-Mail: impfplanung@goettingen.de

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