Neues Promotionskolleg

Angebot für Göttinger Medizin-Studenten: Im Laborkittel zum Doktortitel

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Prof. Dr. Martin Oppermann, stellvertretender Sprecher UMG-Promotionskolleg.

Göttingen. Medizin-Studierende aufgepasst – in Göttingen ergeben sich neue Möglichkeiten, den Doktorgrad zu erlangen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) will den Forscher-Nachwuchs selbst heranziehen.

Helfen soll dabei ein neues Promotionskolleg für Medizinstudenten. Was sich dahinter verbirgt, stellen wir in Fragen und Antworten vor.

Promovieren an der UMG, das ging auch bisher. Was macht das Promotionskolleg aus?

Das UMG-Promotionskolleg, das mit 750.000 Euro von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung für drei Jahre gefördert wird, bietet Studierenden der Humanmedizin die Chance, befristet ein systematisches Studien- und Forschungsprogramm zu durchlaufen – Ziel ist es, mit den eigenen Forschungsarbeiten den Doktorgrad zu erlangen.

Was ist anders als bei einer zur „normalen“ Promotion?

Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Forschung und der Zusammenarbeit dabei. Die Promovierenden sollen gemeinsam Forschen und Arbeiten. Gleichzeitig werden sie im Kolleg von Hochschullehrern dabei wissenschaftlich und beratend betreut. Kurzum: Die Medizinstudenten können ihre medizinische Doktorarbeit in einer UMG-Forschungsgruppe absolvieren. Schon der Einstieg wird wesentlich strukturierter und somit leichter zu bewältigen sein, als meistens bei normalen Promotionsstellen. Die Studierenden werden quasi in ihr Projekt hineingeführt und müssen sich nicht alles selbst vorbereiten.

Was verspricht sich die UMG davon?

Prof. Matthias Dobbelstein, Sprecher UMG-Promotionskolleg.

Es geht darum den Medizin-Forscher-Nachwuchs zu fördern und auszubilden. „Wir brauchen dringend forschende Ärztinnen und Ärzte. Mit dem neuen Promotionskolleg können wir die Promovierenden effizient auf ihrem Weg unterstützen“, sagt Dr. Matthias Dobbelstein, Sprecher des Promotionskollegs.

Welche Themenfelder werden die Promovierenden besonders beackern?

Übergeordneter Themenbereich ist „Genomdynamik und Epigenomik“. Die Ergebnisse sollen in drei Forschungsschwerpunkte der UMG einfließen und diese weiter stärken helfen: Neurowissenschaften, Herz-Kreislaufforschung und Onkologie.

Wie läuft das Promotionskolleg ab?

Prof. Dr. Martin Oppermann, stellvertretender Sprecher UMG-Promotionskolleg.

Die Teilnehmer können ihre forschende Doktorarbeit in das Medizinstudium einbauen. Das wird für die Laborphase nur für ein Semester unterbrochen. Allerdings kann die Experimentierphase im Labor um weitere sechs Monate verlängert werden. Zum Kolleg gehört auch ein Doktorandenkongress, auf dem die Forscher sich austauschen können und gleichzeitig den nachfolgenden Jahrgang informieren, wie Prof. Dr. Martin Oppermann sagt. Die achtmonatige Laborphase wird durch Kurse vor- und nachbereitet, in denen die Doktoranden mit wichtigen Labortechniken vertraut gemacht werden und lernen, ihre Ergebnisse einem Fachpublikum zu präsentieren.

Wann startet das Promotionskolleg an der UMG und was ist noch wichtig?

Das erste Team wird im Sommersemester 2018, also im April, mit 15 Stipendidaten beginnen. Sie erhalten für die achtmonatige Forschungsphase jeder 650 Euro monatlich, damit sie sich voll auf die Laborarbeit konzentrieren können. Bezahlt werden auch Kurse, Reise- und Veranstaltungskosten für Kongresse. Ausgesucht werden die Stipendiaten von einem Koordinationsteam, das auch die Promotionsthemen auswählt.

Alle Informationen zum Promotionskolleg der Universitätsmedizin gibt es im Internet.

Von Thomas Kopietz

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