Erfolgreiches Angebot: Hilfe beim Start in den Beruf

Traumjob gefunden: Tim Wolk mag seine Arbeit als Altenpfleger und ist bei den Bewohnern der Pro Seniore Residenz Posthof überaus beliebt. Foto: Schröter
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Traumjob gefunden: Tim Wolk mag seine Arbeit als Altenpfleger und ist bei den Bewohnern der Pro Seniore Residenz Posthof überaus beliebt.

Göttingen. Fünf Jahre ist es her, dass die Agentur für Arbeit das Projekt „Berufseinstiegsbegleitung“ ins Leben gerufen hat. Dabei werden Schüler an Haupt- und Förderschulen individuell unterstützt, um den Erfolg des Schulabschlusses und den Beginn einer Berufsausbildung zu gewährleisten.

Auch im Agenturbezirk Göttingen gibt es bereits zahlreiche Erfolgsgeschichten zu verzeichnen. Eine davon gehört Tim Wolk.

„In der 8. Klasse war ich ein Schüler, der sich überall durchgemogelt hat und ich habe wirklich nur das Nötigste getan“, erzählt der 18-Jährige. Wolk war Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen und zählte den Jugendlichen, deren Zukunft völlig ungewiss war. „Als ich zum ersten Mal mit der Berufseinstiegsbegleitung in Kontakt kam, war ich skeptisch und habe mich zunächst darum gedrückt.“ Dann aber habe er irgendwann gemerkt, dass der Abschluss immer näher rückt und sich auf die Hilfe eingelassen. „Und schon damals fand ich es toll, dass mein Berufseinstiegsbegleiter nie locker gelassen und mich nie aufgegeben hat“, sagt Wolk.

Nachdem er verschiedene Praktika absolviert habe, die ihm bei der Berufswahl nicht weitergeholfen hätten, sei er durch einen Freund auf die Altenpflege aufmerksam geworden. „Bei einem zweitägigen Probearbeiten in der Pro Seniore Residenz Posthof in Göttingen war ich dann so begeistert davon, mit welcher Intensität sich um die Bewohner gekümmert wird, dass ich mich dort um einen Ausbildungsplatz beworben habe“, sagt Wolk. Er wurde angenommen und begann im September vergangenen Jahres eine Lehre zum Altenpfleger.

„Tim hat beim Vorstellungsgespräch einen selbstbewussten und aufgeschlossenen Eindruck gemacht“, sagt Residenzleiterin Heike de Lanier. Das und die Tatsache, dass sich der damals 17-Jährige so sehr für die Altenpflege begeistere habe sie dazu bewogen, ihm die Ausbildungsstelle zu geben - und hat diese Entscheidung bis heute nicht bereut. „Tim gehört zu den Mitarbeitern, die sich kümmern, die auf die Menschen zugehen und die immer freundlich sind“, lobt sie.

„Ohne die Berufseinstiegsbegleitung der Agentur für Arbeit wäre vielleicht alles ganz anders gekommen“, sagt Tim Wolk. Er ist dankbar für das, was Jens Renneberg für ihn getan hat. Renneberg ist einer von sieben Berufseinstiegsbegleitern, die sich an ebenso vielen Schulen im Agenturbezirk Göttingen intensiv um Schüler kümmern, denen ein Abschluss und eine Berufsausbildung unwichtig erscheinen.

„Ich nerve und unterstütze die Schüler gleichzeitig“, sagt Jens Renneberg. Seine Aufgabe sei es, die Jugendlichen im dem Prozess vom absoluten Desinteresse bis zur Überzeugung zu begleiten, dass ein Abschluss eben doch wichtig ist. (per)

Hintergrund

Die Berufseinstiegsbegleitung (BEB) wurde 2009 ins Leben gerufen und wird deutschlandweit an insgesamt 2000 Haupt- und Förderschulen angeboten.

Ziel ist es, sich individuell um Jugendliche der Vorabgangsklassen zu kümmern und sie beim Schulabschluss als auch bei der Berufswahl und der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zu unterstützen. Dabei wird auf eine enge Zusammenarbeit von Schule, Berufsberatung der Arbeitsagentur und Berufseinstiegsbegleiter gesetzt. Die BEB startet in der Regel in der achten Klasse und der Begleiter steht dem Schüler auch noch nach Beginn der Ausbildung für maximal ein Jahr zur Seite. Die Agentur für Arbeit Göttingen stellt für die BEB in diesem Jahr rund 580 000 Euro zur Verfügung. Im Agenturbezirk Göttingen nehmen sieben Schulen an dem Projekt teil, darunter die Schule Am Botanischen Garten Hann. Münden, die Gerhart-Hauptmann-Schule in Northeim und die Martin-Luther-King-Schule in Göttingen. (per)

www.bildungsketten.de/de/252.php

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