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Angehende Notärzte proben den Ernstfall bei der Berufsfeuerwehr in Göttingen

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Training für angehende Notärzte: Auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr in Göttingen wurde ein Verkehrsunfall realitätsnah nachgestellt.
Training für angehende Notärzte: Auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr in Göttingen wurde ein Verkehrsunfall realitätsnah nachgestellt. © Stefan Rampfel

Künftige Notärztinnen und Notärzte absolvieren in Südniedersachsen eine Fortbildung. Dazu gehört auch ein Praxisteil bei der Berufsfeuerwehr in Göttingen.

Göttingen – Schneetreiben, zwei verunglückte Autos, mehrere Verletzte. Was aussieht, wie ein reales Unfallgeschehen, ist nur eine Übung – und zwar auf dem Hof der Berufsfeuerwehr Göttingen an der Breslauer Straße. Anlass der Übung ist eine Fortbildungsveranstaltung für 31 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland, die im Rahmen der Weiterbildung zu Notärzten bzw. Notfallmedizinern ausgebildet werden. Und dazu zählt nicht nur Theorie, sondern auch Praxis.

Kurs für Mediziner dauert 80 Stunden

Der Kurs zum Notfallmediziner umfasst 80 Stunden, dauert eine Woche und findet in Sankt Andreasberg statt. Teilnehmer sind Ärzte diverser Fachrichtungen, die die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erlangen wollen. So auch die 28-jährige Daryna Otto, Ärztin in der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen. Sie befindet sich noch in der Weiterbildung zur Fachärztin für Anästhesie. „Ich habe viel Respekt vor der Arbeit als Notärztin, es ist viel Neues dabei, was man im Klinikalltag nicht kennt.“ Auch Ottos Kollegin Afsoon Dehghan ist eine der Teilnehmerinnen des Kurses. Die 1986 im Iran geborene Ärztin steht kurz vor ihrer Facharztprüfung. Sie sagt: „Als Anästhesistin ist die Weiterbildung in der Notfallmedizin sehr wichtig, um in Notfallsituationen richtig zu handeln.“

Praktischer Teil bei der Berufsfeuerwehr in Göttingen

Ein Tag der Fortbildung findet bei der Berufsfeuerwehr Göttingen statt. Dort werden die technische Rettung aus verunglückten Fahrzeugen, die Vorgehensweise der Feuerwehr sowie das Zusammenarbeiten an einer Einsatzstelle erlernt. Denn: Ein Notarzt kommt nicht nur bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in die häusliche Umgebung, sondern wird auch zu schweren Verkehrsunfällen gerufen, wo die Lage oft unübersichtlich ist.

Oberärzte der Göttinger Uni-Medizin sind Instruktoren

Als Instruktoren sind mehrere Oberärzte der Klinik für Anästhesie der Universitätsmedizin Göttingen dabei. So auch Dr. Markus Roessler, der neben seiner Arbeit in der Klinik zugleich Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes von Stadt und Landkreis Göttingen ist. „Eine Hälfte der Kursteilnehmer macht den Kurs, um künftig als Notarzt zu arbeiten, die andere, um auf innerklinische Notfälle vorbereitet zu sein.“

Künftige Notärzte müssen Patienten bei Übung sichten

Zurück zur Übung auf dem Hof der Berufsfeuerwehr: Zunächst müssen alle Teilnehmer die Lage innerhalb von zwei Minuten sichten, alle Verletzten erfassen und die Schwere der Verletzungen kategorisieren. Dabei steht die Kategorie Rot für lebensbedrohliche Verletzungen, Gelb für mittelschwere Verletzungen und Grün für leichte. Außerdem müssen die passenden Rettungsmittel (zum Beispiel ein Hubschrauber) nachgefordert werden. Im Anschluss steht die Rettung auf dem Programm. Zusammen mit den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfallhilfe werden die sechs „Verletzten“ versorgt und gerettet. Dazu müssen die Autos teilweise aufgeschnitten werden.

Am Nachmittag ging es für die 31 Ärztinnen und Ärzte wieder zurück in den Harz, wo der Kurs, den es inzwischen schon seit 21 Jahren gibt, weiterging. (Stefan Rampfel)

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