Angeklagter gesteht Einbruchserie vor Landgericht Göttingen

Symbolfoto: bsc

Göttingen. Im Prozess um eine Serie von Einbruchsdiebstählen vor dem Landgericht Göttingen hat der 45-jährige Angeklagte am Freitag ein umfassendes Geständnis abgelegt. 18 der insgesamt 19 Anklagevorwürfe seien zutreffend, teilte Verteidiger Oliver Hille im Namen seines Mandanten mit.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Maurer und Baumaschinenschlosser vor, von Anfang 2014 bis Anfang 2015 in diversen Städten zahlreiche Einbrüche in Verbrauchermärkte begangen zu haben. Dabei soll er gezielt die Büroräume aufgesucht und dort mit einem Trennschneider den Tresor aufgeflext haben. Insgesamt habe er rund 80.000 Euro Bargeld erbeutet.

Der 45-Jährige ist bereits vielfach vorbestraft, sein Register verzeichnet mehr als 20 Eintragungen. Seit 1990 ist er immer wieder durch Diebstähle und andere Delikte straffällig geworden. Gegen Ende seiner vorerst letzten Freiheitsstrafe hatte er sich im offenen Vollzug in Einbeck befunden. Nach seiner Entlassung habe er zunächst als Transportfahrer gearbeitet, erklärte sein Verteidiger. Als sein polizeiliches Führungszeugnis bekannt wurde, habe ihn die Firma jedoch gefeuert. Der 45-Jährige habe das Geld aus den Einbrüchen dazu genutzt, um sich eine Wohnung einzurichten.

Als die Polizei später seine Wohnung durchsuchte, fiel den Beamten auf, dass diese sehr modern eingerichtet war. „Fast liebevoll“, meinte die zuständige Ermittlerin der Polizeiinspektion Northeim, die das Gericht als Zeugin geladen hatte. Die Northeimer Polizei hatte zunächst wegen drei Einbrüchen in Einbeck ermittelt, die der Angeklagte im Januar 2014 verübt haben soll. Tatorte waren ein Sonderpostenmarkt, eine Handlung für Haustierbedarf und ein Fachmarkt für Heimtextilien.

Obwohl der Täter auf dem Video einer Überwachungskamera zu sehen war, konnten die Ermittler den Einbrecher zunächst nicht identifizieren. Ein DNA-Gutachten des Landeskriminalamtes brachte sie dann auf die Spur des 45-Jährigen. Untersuchungen von Schuhabdrücken an diversen Tatorten ergaben, dass er auch für zahlreiche weitere Einbrüche als Täter in Frage kam.

Im vergangenen Juli wurde er aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Göttingen festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Insgesamt hat der 45-Jährige bereits rund zehn Jahre im Gefängnis gesessen. Seine Kindheit und Jugend habe er größtenteils in Heimen verbracht, berichtete der aus Stendal stammende Angeklagte. Eine dieser Einrichtungen sei ein Jugendwerkhof gewesen. So nannte man in der DDR die Spezialheime für Jugendliche, die als schwer erziehbar galten beziehungsweise sich nicht in das herrschende gesellschaftliche System einfügen wollten.

Der Prozess wird Anfang Februar fortgesetzt.

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