Staatsanwaltschaft wirft Mann zehn Straftaten vor

Angeklagter Göttinger will nicht in Entziehungsanstalt

Göttingen. Ein 48-jähriger Mann aus Göttingen muss sich seit Dienstag wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten insgesamt zehn Straftaten vor.

Laut Anklage soll der gelernte Koch ein Jahr lang ein- bis zweimal im Monat jeweils 100 Gramm Heroin erworben haben. Dabei habe er jeweils einen Teil davon für sich selbst verwendet und den Rest dann weiterverkauft, um mit dem Gewinn seinen Drogenkonsum zu finanzieren.

Im September 2017 kontrollierten ihn Polizeibeamte, nachdem er laut Anklage gerade von einem Lieferanten aus Hannover etwa 120 Gramm Heroin zum Preis von 2500 Euro erworben hatte. Die Polizisten stellten in seinem Rucksack und seiner Jackentasche außer den Drogen auch ein Springmesser sicher.

Der Vorsitzende Richter Patrick Gerberding gab zu Beginn des Prozesses den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt in Betracht komme.

Für den Angeklagten ist das aber keine Option. Er habe bereits „reichlich Therapien“ zur Behandlung seiner Drogensucht gemacht, die ihm allerdings nicht weitergeholfen hätten, sagte er.

Im Gegenteil: Im Verlauf einer zehnmonatigen Therapie seien manche verschüttete Erinnerungen wieder hochgeholt worden, „an die man besser nicht gerührt hätte“ und die ihm Albträume bereiteten, wie er sagte.

„Man wird da in Sachen reingetrieben, die nicht gut sind“, sagte der 48-Jährige. Einer solchen Retraumatisierung wolle er sich nicht erneut aussetzen. „Irgendwann muss mal gut sein.“ Er habe einen Punkt erreicht, „wo ich selber damit klar kommen muss.“

Rubriklistenbild: © dpa

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