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Frauenmord in Göttingen: Angeklagter soll digitales Alibi vorgetäuscht haben

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Von: Heidi Niemann

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Der Angeklagte beim Prozessauftakt auf der Anklagebank im Saal des Landgerichts Göttingen.
Digitale Beweismittel: Sie spielen in einem Mordprozess gegen einen 51-Jährigen eine wichtige Rolle. Das Foto entstand beim Prozessauftakt. © Heidi Niemann

Der Prozess um einen Frauenmord am Landgericht Göttingen wurden fortgesetzt. Neue Details zum Alibi des Angeklagten wurden bekannt.

Göttingen – Fingerabdrücke, DNA-Spuren, Chat-Nachrichten: Solche Spuren sind häufig wichtige Indizien, um ein Verbrechen aufklären zu können. In dem derzeit laufenden Mordprozess um den gewaltsamen Tod einer 51-jährigen Frau in Göttingen könnte dagegen ein spezielles High-Tech-Gerät eine zentrale Rolle als Beweismittel spielen.

Sowohl der 44-jährige Angeklagte als auch das Opfer trugen am Tattag eine Fitness-Uhr, mit der sie ihre sportlichen Aktivitäten aufzeichneten. Jetzt schilderte ein Polizist vor dem Landgericht Göttingen, welche Informationen die Ermittler bei der Auswertung dieser Fitness-Daten gewinnen konnten.

Unter anderem stießen sie darauf, dass der Angeklagte möglicherweise Daten manipuliert haben könnte, um ein Alibi vorzutäuschen. Demnach hatte er am Tattag einen Spaziergang um den Maschsee in Hannover gemacht. Diese vermeintlichen Aktivitäten korrespondierten jedoch nicht mit der Anzahl der am Tattag aufgezeichneten Schritte, sagte der Ermittler. Dies sei ein Beleg dafür, „dass es diesen Spaziergang um den Maschsee nicht gegeben hat.“

Nicht nur das Gericht, auch der Angeklagte schien bei der Vernehmung des Polizisten besonders aufmerksam zuzuhören. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen IT-Spezialisten aus Hannover vor, am 25. August vergangenen Jahres seine ehemalige Freundin in deren Wohnung in der Wiesenstraße in Göttingen erwürgt zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt. (Heidi Niemann)

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