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Angeklagter wohl schon vor tödlicher Attacke auf Vater gewalttätig

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Von: Heidi Niemann

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wurde der Professor verurteilt.
Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier läuft der Prozess gegen einen 28-Jährigen wegen des gewalttätigen Todes des Vaters. (Symbolbild) © Bernd Schlegel

Ein 28-Jähriger soll seinen Vater getötet haben. Beim Prozess am Landgericht Göttingen zeigt sich, dass der Angeklagte wohl bereits gewalttätig war.

Göttingen – Der 28-jährige Angeklagte im Totschlagsprozess vor dem Landgericht Göttingen soll bereits vor der tödlichen Gewaltattacke gegen seinen Vater gewalttätig geworden sein. Das ergibt sich unter anderem aus einer E-Mail, die der Vorgesetzte des späteren Opfers ein halbes Jahr vor der Tat im November 2020 erhalten hatte.

Darin bat der Vater des Angeklagten um einige Tage Urlaub, weil seine Haustür zerstört worden sei und er nun erst einmal einen Tischler finden müsse. Er sei zudem aktuell nur per Mail erreichbar, „alles andere ist zerstört“. Später erfuhr sein Teamleiter, der am Montag als Zeuge geladen war, dass der Sohn seines Mitarbeiters an jenem Tag unter dem Einfluss einer aggressiv machenden Droge ausgerastet sei und in dem Haus randaliert habe.

Angeklagter soll seinen Vater getötet haben ‒ Prozess am Landgericht Göttingen läuft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen vor, im Mai vergangenen Jahres im Verlauf eines Streits seinem 59-jährigen Vater eine Flasche auf den Kopf geschlagen und mehrfach mit einem spitzen Gegenstand in die linke Halsseite gestochen zu haben. Das Opfer war in einem Göttinger Forschungsinstitut als Fachkraft für Arbeitssicherheit beschäftigt gewesen. Der 59-Jährige sei ein sehr umgänglicher und hilfsbereiter Kollege gewesen, berichtete sein Teamleiter.

Über private Dinge hätten sie gewöhnlich nicht gesprochen. Erst nach dem Vorfall im November 2020 habe er von dessen familiären Konflikten erfahren. Der 59-Jährige habe später auch einige Male im Institut übernachtet, weil er Angst vor seinem Sohn gehabt habe. Einmal sei er mit einem blauen Auge zur Arbeit gekommen, was ihm sehr peinlich gewesen sei.

Freundin des Angeklagten anscheinend auch gewalttätig

Er habe erzählt, dass das blaue Auge von der Freundin seines Sohnes stamme. Die Freundin trinke sehr viel Alkohol. Sein Sohn habe sie aus einem als sozialer Brennpunkt bekannten Wohnblock im Göttinger Hagenweg mitgebracht. Es sei nicht leicht, sie loszuwerden, da diese nun bei ihm gemeldet sei.

Polizeibeamte hatten die Freundin des Angeklagten einige Stunden nach der Tat im Mai auf einem Parkplatz an der Holtenser Landstraße angetroffen. Die 42-Jährige sei erheblich alkoholisiert gewesen und habe sehr wirre Angaben gemacht, berichtete ein Polizist, der damals mit vor Ort gewesen war. Die Freundin sei sehr betroffen gewesen und habe immer wieder geweint. (Heidi Niemann)

Der 28-jährige Angeklagte soll während der Tat unter dem Einfluss von Drogen gestanden haben. Es kommen immer wieder neue Details des Verhaltens des vermutlichen Täters ans Licht.

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