Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Anklage gegen rechte Aktivisten nach Gewaltattacke an Göttinger Stadthalle 

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Demonstration gegen den rechtsextremen Freundeskreis im November 2016: Dabei kam es zu handfesten Auseinandersetzungen. Die Polizei trennte damals die Gruppen.

Göttingen. Die Serie von Anklagen gegen Aktivisten der inzwischen umbenannten rechtsextremen Gruppierung „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ (FKTN) wird immer länger.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat jetzt drei Aktivisten wegen eines gewalttätigen Vorfalls an der Göttinger Stadthalle angeklagt.

Die Strafverfolgungsbehörde wirft den 21, 23 und 37 Jahre alten Männern gefährliche Körperverletzung vor. Sie sollen im November 2016 zwei Mitglieder der linken Szene verfolgt und angegriffen haben. Ein Mann sei dabei mit einem Schlaggegenstand attackiert und erheblich verletzt worden, sagte ein Sprecher der Strafverfolgungsbehörde.

Zu dem Vorfall war es im Anschluss an eine Kundgebung des so genannten „Freundeskreises“ in Duderstadt gekommen. Der Hauptagitator der rechtsextremen Gruppierung, Jens Wilke, war nach der Veranstaltung gemeinsam mit vier Gesinnungsgenossen nach Göttingen gefahren. Auf dem Weg dorthin sollen sie vor dem Wohnhaus eines Göttinger Kommunalpolitikers Halt gemacht und dessen Familie mit Megafon-Durchsagen bedroht haben.

Danach tauchten sie an der Stadthalle auf, wo sie von einer Polizeistreife gestoppt wurden. Als die Beamten die Insassen kontrollieren wollten, sollen zwei Angehörige der linken Szene - ein Mann und eine Frau - dazu gekommen sein und mit der Hand auf das Auto geschlagen haben. Daraufhin sollen die drei hinten sitzenden Pkw-Insassen ausgestiegen sein und die beiden Personen verfolgt haben. Diese hätten dann zu fliehen versucht. Dabei sei die Frau zwischen zwei Fahrzeugen zu Fall gekommen, heißt es in der Anklage. Daraufhin sollen sich zwei Angeklagte über sie gebeugt und sie bedroht haben. Als eine Zeugin intervenierte, hätten sie von der Frau abgelassen. Währenddessen soll der dritte Beteiligte mit einem Schlagwerkzeug auf ihren Begleiter eingeschlagen haben. Laut Anklage erlitt er unter anderem eine Platzwunde und mehrere schwere Prellungen.

Einer der drei Angeklagten ist bereits einschlägig vorbestraft. Gegen den 23-Jährigen sind zudem derzeit noch mehrere andere Verfahren anhängig. Er muss sich demnächst gemeinsam mit FKTN-Wortführer Jens Wilke und einem 28-jährigen Betriebswirt wegen Bildung einer bewaffneten Bande vor Gericht verantworten. Außerdem ist er ebenso wie Wilke und fünf weitere Angehörige der rechten Szene wegen eines gewalttätigen Angriffs auf einen Mann in Bovenden angeklagt.

Bei diesen Vorfällen soll auch der 28-Jährige dabei gewesen sein. Der frühere Verbindungsstudent war erst am Dienstag vom Landgericht Göttingen wegen eines Angriffs auf einen Radfahrer zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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