Berufungsverhandlung: Anklage will Haftstrafe wegen Betruges

Betrugs-Prozess um Duderstädter Ex-Polizist: Verteidiger fordern Freispruch

Hinter einem blühenden Baum ist ein alt wirkendes Steingebäude zu sehen.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier soll nach Ostern das Urteil in der Berufungsverhandlung gesprochen werden. (Archivfoto)

Nach mehr als sechsmonatiger Prozessdauer sind in der Berufungsverhandlung gegen einen früheren Duderstädter Polizisten vor dem Landgericht Göttingen die Plädoyers gehalten worden.

Göttingen/Duderstadt – Die Verteidiger des 43-Jährigen plädierten auf Freispruch. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sei in keinem der angeklagten Fälle der Nachweis geführt worden, dass sich ihr Mandant einer Straftat schuldig gemacht habe.

Vorwurf des Pkw-Diebstahls und mehrerer Betrugsdelikte

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah dies anders. Ihrer Ansicht nach hat sich der Ex-Polizist des Diebstahls, des Betruges, der Hehlerei sowie jeweils zwei Fällen des versuchten gewerbsmäßigen Betruges und der Urkundenfälschung schuldig gemacht. Sie beantragte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung.

Das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts in Duderstadt war noch höher ausgefallen. Dieses hatte den Ex-Polizisten im Februar 2019 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte hatten gegen dieses Urteil Rechtsmittel eingelegt, so dass der Fall vor dem Landgericht landete.

Laut Anklage geht es in dem Verfahren unter anderem um einen mutmaßlich vorgetäuschten Pkw-Diebstahl, mehrere Betrugsdelikte und ein „schrottfrisiertes“ Auto. So soll aus einem Schrottauto die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) herausgefräst und in ein als gestohlen gemeldetes Auto eingeschweißt worden sein, um es erneut zulassen zu können.

Staatsanwältin: Angeklagter hat Zeugen beeinflusst

Die Verteidiger machten geltend, dass ihr Mandant von der „Schrottfrisierung“ und anderen Delikten nichts gewusst und daran auch nicht mitgewirkt habe. Zutreffend sei, dass er bei der Anmeldung eines Autos, das später als gestohlen gemeldet wurde, gegenüber der Versicherung eine falsche Laufleistung angegeben habe.

Nach Ansicht der Staatsanwältin hat der Angeklagte in sämtlichen Fällen nicht die Wahrheit gesagt. Zu seinen Lasten sei auch zu werten, dass eine Einflussnahme auf Zeugen stattgefunden habe und diese offensichtlich bereit gewesen seien, falsche Angaben zu machen.

Da der Angeklagte sich ständig neue Geschichte ausdenke und weiterhin keine Einsicht zeige, komme eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht in Frage. Das Gericht will sein Urteil nach Ostern verkünden. (Heidi Niemann)

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