Wo der Garten Schule macht

Anschauliche Pflanzenkunde beim Niedersächsischen Schulgarten-Tag in Reinhausen

+
Beim Workshop „Der Erfolg liegt im Anfang“ zeigte Kerstin Rapp (links) vom Botanischen Garten der Universität Göttingen den Teilnehmerinnen, wie Pflanzen vermehrt werden.

Reinhausen. Das Waldpädagogikzentrum Göttingen des Regionalen Umweltpädagogikzentrums (RUZ) in Reinhausen war am Mittwoch erstmals Ausrichter des Niedersächsischen Schulgarten-Tages.

Wie baut man Gemüse an? Oder Gartenkräuter? Wie vermehrt man Pflanzen? Und wie verarbeitet man am besten Gartenprodukte? 160 Lehrkräfte, aber auch Mitarbeiter außerschulischer Bildungseinrichtungen waren aus ganz Niedersachsen, Nordhessen und Thüringen angereist, um Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen zu bekommen.

Zusammen mit dem Niedersächsischen Kultusministerium und der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten, Landesgruppe Niedersachsen hatte das Waldpädagogikzentrum Göttingen ein vielfältiges gartenpädagogisches Workshop-Programm auf die Beine gestellt, das Neueinsteigern und Schulgarten-Profis einiges zu bieten hatte.

„Der Bogen spannt sich vom Weg zum eigenen Schulgarten über dessen Bewirtschaftung mit Aussaat, Vermehrung, Pflege und eigene Saatgutgewinnung bis zur Erforschung seiner spannenden Bodenwelt“, sagte Mitorganisator Burkhard Verch vom Regionalen Umweltpädagogikzentrum. Aber auch zur Weiterverarbeitung der Gartenprodukte oder dem Haltbarmachen habe es nützliche Informationen gegeben. „Zudem wurden gezielt Aspekte aus verwandten Lernfeldern wie Streuobstwiese, Landwirtschaft oder Imkerei miteinbezogen, da sich davon zahlreiche direkte Verbindungen zum Schulgarten ergeben“, so Verch. 

So sei etwa veranschaulicht worden, wie man auch im Schulgarten eine Kartoffelvielfalt oder eine Garten-Imkerei mit Bienen-Programm integrieren oder eine Apfelsorte richtig veredeln kann. „Schließlich kann der Schulgarten auch als Freilandlabor genutzt werden, wenn man etwa das Bienenjahr im phänologischen Kalender dokumentiert.“

An den Stationen einer eigens für diesen Tag aufgebauten Lernstraße konnten die Teilnehmer einfache Schulgarten-Aktionen wie das Herstellen von Kräutersalz und Minz-Sirup oder das Bauen von Pflanzenpressen selbst ausprobieren. „So hat man gleich ein schmackhaftes oder praktisches Handlungsprodukt zum Mitnehmen“, meinte Verch.

Parallel zu den zwölf Workshops wurden auch Exkursionen zu einem IGS-Schulgarten, zu einer Bioland-Gärtnerei und zu einem Gemeinschaftsgarten der Internationalen Gärten Göttingen durchgeführt. Dort wurden dann beispielhafte Kooperationsmodelle und Schulkonzepte mit den jeweiligen gartenpädagogischen Ansätzen vorgestellt.

„Die Veranstaltung war ein voller Erfolg“, freute sich Burkhard Verch nicht nur über die volle Auslastung des Niedersächsischen Schulgarten-Tages (die ursprünglich geplante Höchstgrenze der Teilnehmer wurde wegen der großen Nachfrage sogar um zehn überschritten), sondern auch über die perfekten Wetterbedingungen.

Bei dieser tollen Resonanz sei es eigentlich bedauerlich, dass man in Niedersachsen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – weit davon entfernt sei, dass jede Schule einen eigenen Garten betreibe. Verchs spezieller Dank ging an die rund 40 Helfer vom RUZ und den anderen beteiligten Organisationen, ohne deren Engagement eine solche Veranstaltung gar nicht zu stemmen sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.