Tastsensoren

Antrag für den Göttinger Rat: Gesundheitsschutz an der Ampel

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Ampel mit Sensortasten für Fußgänger: So etwas gibt es beispielsweise an der Kreuzung Berliner Straße/Godehardstraße in Göttingen. Foto:

Viele Ampeln in Göttingen sind mit Schaltern ausgestattet, mit denen die Fußgänger grünes Licht für sich anfordern können. Doch die Tastsensoren reagieren nur auf die nackte Hand.

Aktualisiert am 15.5. um 11.11 Uhr - Deshalb gibt es jetzt einen Ratsantrag der Piraten, um das mögliche Infektionsrisiko auszuschließen. Darüber soll am Freitag, 15. Mai, ab 16 Uhr in einer öffentlichen Ratssitzung in der Lokhalle diskutiert werden.

Kern des Vorschlags: Die betroffenen Ampeln sollen für die Dauer der Corona-Krise so umprogrammiert werden, dass die Fußgänger in regelmäßigen Abständen automatisch grünes Licht bekommen, ohne die Sensoren berühren zu müssen. Zudem sollen die Fußgänger an allen Kreuzungen möglichst lange grünes Licht bekommen, damit sich an fußverkehrsreichen Kreuzungen keine großen Wartepulks bilden. „In Corona-Zeiten sollten wartende Auto-Warteschlangen an Ampeln eine untergeordnete Rolle spielen, da die wartenden Fußgänger ein höheres Risiko eingehen“, heißt es weiter.

Die sogenannten Bettelampeln schalten nicht automatisch, sondern der gelbe Tastsensor muss mit der nackten Hand berührt werden. Auf Textilien reagiert die Ampel nicht. Diese Eigenwilligkeit des Ampeltasters stellt derzeit ein besonders hohes Infektionsrisiko dar, heißt es in dem Papier der Piraten. Schon im September 2019 hatten laut Piraten Ärzte aus der UMG auf die Hygieneproblematik an den Bettelampeln hingewiesen.

„Corona-Viren können sich auf den Plastikflächen je nach Witterung tagelang halten. Die Taster werden bei normalem Verkehr an vielen Kreuzungen im Minutenabstand mit den Händen betätig“, so die Piraten.

„Nicht nur die Bürger, sondern auch die Behörden müssen ihren Beitrag zu leisten, alles dafür zu tun, das Infektionsrisiko zu minimieren“, sagt Ratsmitglied Dr. Francisco Welter-Schultes.

Weitere Themen der Ratssitzung in der Lokhalle sind unter anderem eine Resolution für eine finanzielle Ausstattung der Studentenwerke in Niedersachsen, die Schaffung von kreativen Beschäftigungsangeboten für Kinder sowie der Antrag für einen Corona-Zuschlag zu den Sozialleistungen.

Außerdem soll über die Einrichtung eines Göttinger Corona-Hilfsfonds für die Bereiche Bildung, Soziales, Jugend, Kultur und Sport entschieden werden. 

Unterdessen wird Kritik am Vorstoß der Piraten laut. Gegenüber unserer Zeitung sagte eine Leserin, dass der Sensor auch ohne die nackte Hand reagiert habe. Beim Berühren mit Handschuhen habe es immer funktioniert. Deshalb sei der Vorstoß gar nicht notwendig. Die Corona-Krise werde als willkommener Vorwand genutzt, gegen die Ampeln vorzugehen, so die Leserin.

Weitere Infos gibt es hier.

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