Anwälte zeigen Männer aus rechter Szene an

Rechte griffen in Hohengandern zwei Journalisten aus Göttingen an

Fretterode. Zwei freiberufliche Journalisten aus Göttingen sind am Sonntag mutmaßlich von Mitgliedern der rechten Szene  in Hohengandern (Eichsfeldkreis) verletzt worden.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um zwei 24-jährige Männer aus dem Eichsfeld, die der rechten Szene zuzuordnen sind. Noch sind die genauen Hintergründe der Ereignisse unklar. Auslöser der Tat sollen Foto- und Filmaufnahmen gewesen sein, die die Geschädigten von Heises Grundstück gemacht hatten. Noch am Sonntag kam es daraufhin zu einer Durchsuchung auf dem Grundstück Heises, wo die Polizei nach möglichen Beweismitteln schaute. Heise ließ die Beamten „auf freiwilliger Basis gewähren“, teilte die Thüringer Polizei mit.

Die Täter stahlen auch Kameras und gehören laut der Polizei in Nordhausen der rechten Szene an. Die Anwälte der Geschädigten, darunter der Göttinger Sven Adam, haben Strafanzeige gestellt. Die beiden mutmaßlichen Täter seien mit Waffen, wie einem Messer und einem schweren Schraubenschlüssel, auf die Journalisten losgegangen. Die Anzeige geht von schwerem Raub und versuchter Tötung aus – auch, weil ein Opfer laut Adam doch „erhebliche Verletzungen“ erlitten habe. 

Am Sonntagnachmittag waren zwei 26-jährige Männer aus Göttingen laut Polizei in ihrem BMW auf der Landstraße am Ortseingang von Hohengandern von zwei maskierten Männern angegriffen worden. Die maskierten Männer raubten zudem die Fotoausrüstung aus dem BMW und flüchteten ebenfalls mit einem Fahrzeug gleichen Typs. 

Nach Darstellung des Rechtsanwaltes hätte es vorher eine Verfolgungsjagd gegeben, nachdem sich die Journalisten nach ihrer Entdeckung zurückgezogen und aus Fretterode weggefahren waren. In Hohengandern landete der Wagen der Journalisten im Straßengraben. Dann hätten die beiden Täter Auto und Personen mit einem Baseballschläger, einem Messer, einem großen Schraubenschlüssel und Pfefferspray angegriffen. Sie zerstörten Scheiben und Reifen des BMW. Anwohner riefen Polizei und Rettungsdienst zum Versorgen der Verletzten, so Adam. 

Der Staatsschutz der Kriminalpolizei Nordhausen hat die weiteren Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Rechte Szene ist in Fretterode bekannt

Die rechte Szene ist im Ort Fretterode nahe der hessischen Grenze und der Burg Hanstein bekannt. Dort wohnt der Landesvorsitzende der NPD Thüringen, Thorsten Heise, gebürtiger Göttinger, der früher auch und vor allem in den 90er-Jahren in Northeim aktiv war und dort Treffen samt Konzerte mit Neo-Nazis organisiert hatte. 1999 kaufte Heise das besagte Grundstück in Fretterode. Laut Thüringer Landesregierung fanden dort seit 2002 auch „Kameradschaftsabende der Kameradschaft Northeim“ statt.

Rubriklistenbild: © Ralf Hirschberger/dpa

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