Apassionata dementiert Vorwürfe: Pferde leiden nicht

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Bunte Show mit Pferden und Menschen: Apassionata steht bei Tierschützern wegen der für die Pferde stressigen Show, der Tierhaltung, und der Dressur in der Kritik.

Apassionata wirbt mit „hinreißender Musik, faszinierenden Lichteffekten und zauberhaften Kulissen". Tierschützer werfen den Verantwortlichen der Pferdeshow Tierquälerei vor.

In Göttingen ist die Show „Die goldene Spur“ ab Freitag, 8. Mai, für drei Tage in der Lokhalle zu sehen.

Apassionata verspricht Familienunterhaltung, Peta fordert einen Boykott der Veranstaltung. Hauptkritikpunkt der Tierschützer: Die Rollkur, eine Reitmethode, bei der der Reiter den Kopf des Pferdes mit den Zügel stark in Richtung Brust zieht. Eine Bewegung, die auf Dauer für das Pferd qualvoll sein kann. Die Tierschützer sind der Meinung, dass dadurch Haltung, Atmung und Orientierung des Pferdes beeinträchtigt werden - und werfen Apassionata vor, genau diese Reitmethode bewusst anzuwenden.

Dem widerspricht Apassionata-Pressesprecherin Inka Thaysen ausdrücklich: „Keines unserer Teams arbeitet mit der Rollkur.“ Die verschiedenen Pferde, darunter Friesen und Lusitanos, hätten zwar die Tendenz, ihren Kopf sehr nah an der Brust zu halten und dabei könne es auch zu dem kritisierten „aufrollen“ kommen - diese Haltung sei aber nicht gewollt und auch nicht vom Reiter mit Gewalt herbeigeführt.

Weiterhin fordert der Peta-Fachreferent Peter Höffken: „Pferde gehören auf die Weide und nicht in eine laute Manege.“ Die Tiere würden bei den Aufführungen vor allem Stress ausgesetzt und leiden abseits der Show durch die weiten Transportwege zwischen den Shows unter Bewegungsmangel. Die Tiere würden dicht nebeneinander gedrängt in den Lastwagen stehen oder beim Veranstaltungsort angebunden in Boxen gehalten.

„Stimmt“, räumte Taysen auf HNA-Anfrage ein, „unsere Pferde sind aber nur in den Boxen angebunden, wenn sie bereits für die Show fertig gesattelt sind, damit sie sich nicht hinlegen und verletzen können.“ Und die Bewegungsfreiheit der Pferde müsse bei dem Transport aus Sicherheitsgründen eingeschränkt sein, damit die Tiere beim Bremsen nicht hinfallen.

Darüber hinaus werden die Pferde von Apassionata nach eigenen Angaben nicht von Stadt zu Stadt transportiert. In einem Zwischenstall in Korschenbroich in Nordrhein-Westfalen verbringen die Tiere ihre Freizeit zwischen den Auftritten.

Was Pressesprecherin Taysen an der Kritik der Tierschützer außerdem ärgert: „Peta wurde schon mehrfach zu einem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Eine Rückmeldung erhielten wir nie.“

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