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Applaus für „Die Schöne und das Biest“ auf der Waldbühne Bremke

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Von: Ute Lawrenz

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Die Schöne und das Biest auf der Waldbühne Bremke.
Die Schöne und das Biest auf der Waldbühne Bremke. © Ute Lawrenz

Zwei Außenseiter lernen sich lieben. Das ist die Geschichte von „Die Schöne und das Biest“, die auf der Waldbühne Bremke erzählt wird.

Bremke – In seiner Bearbeitung legt Rick Leander Stiller aus dem Waldbühnen-Team seinen Fokus darauf, dass Menschen, die anders sind als die Masse, es oft auch schwerer haben im Leben. Viel Applaus war der Lohn für die gelungene Premiere.

Die Geschichte ist ergreifend: Ein schöner, aber überheblicher Prinz (Colin Pilz) wird von einer Zauberin (Rick Leander Stiller) in eine hässliche Kreatur verwandelt, weil er diese im Gewand einer Bettlerin abweist. Auch seine Dienerschaft trifft der Fluch. Als Teetasse oder Kerzenständer zum Beispiel dienen sie fortan im Mobiliar des Schlosses.

„Die Schöne und das Biest“: Die wahre Liebe bricht en Fluch

Erst wenn eine Frau den zu Hässlichkeit Verfluchten liebt und auch er für sie wahre Liebe empfindet, will die Zauberin den Fluch lösen. Die Rose, die sie dem Prinzen als Bettlerin zum Geschenk machen wollte, wird zum Zeitmaß für die Prüfung. Wenn sie das letzte Blütenblatt verliert, bevor der Prinz gelernt hat zu lieben, wird seine Verwandlung ewig bleiben.

In der Inszenierung von Silvie Stiller ist Belle nicht nur schön, sondern auch klug. In der Bibliothek ihres kleinen Dorfes kann sie gar nicht genug Bücher bekommen. Doch im Dorf ist das gar nicht gern gesehen. Sie und ihr Vater sind Außenseiter, auf die so manches Spottlied ertönt. Als der Vater in die Fänge des Biests gerät, kann Belle ihn im Tausch gegen sich selbst befreien – das ist der Beginn ihrer Liebesgeschichte.

Waldbühne Bremke: Ein sprechender Kerzenständer

Groß ist die Power von Rosanna Gianna Stiller in ihrer Rolle als die schöne Belle. Schnell wird deutlich, wie sehr sie im Dorf gedisst wird. Auf dem Markt treten alle zur Seite, wenn sie kommt.

Ihr Vater (Jörg Kiewning) wird als Verrückter abgestempelt. Aber der Jäger (Tobias Wendehorst) lässt sich nicht schrecken. Er will die Schöne quasi als Trophäe zur Frau. Doch er hat die Rechnung ohne Belle gemacht. Nicht nur mit Ina Deters Kampfhit „Neue Männer braucht das Land“ macht sie deutlich, dass sie ihn ablehnt.

Für Heiterkeit sorgt das Schlossmobiliar mit dem Staubwedel Filument (Jasmin Jakob), dem Schmuckkästchen Madame Bijoux (Bettina Elborg), Albert von Tick (Jette Wüstefeld) und vielen mehr mit einem Kerzenständer (Rick Leander Stiller) an der Spitze. Mit seinen Songs bringt er nicht nur die Dienerschaft in Stimmung.

Ein lila Schloss auf der Waldbühne Bremke

Hingucker sind das Bühnenbild mit lila Schloss und die einfallsreichen Kostüme wie bei Leinardo da Wando (Celina Kraus). Er trägt eine Malpalette als Hut. Mit viel Nebel klappt die Verwandlung vom schmucken Prinzen ins Biest mit ungekämmter Mähne.

Die Zuschauer – leider aus nicht gut gefüllten Reihen – spendeten umso mehr Applaus für das gesamte Waldbühnen-Ensemble. Der Nachmittag für die ganze Familie ist mit gut zwei Stunden wie im Flug vergangen.

Weitere Vorstellungen am 25.6. und 2.7. um 19 Uhr sowie am 26.6. und 3.7. um 15 Uhr. Am 9.7. gibt es als besonders Highlight um 20 Uhr eine Nachtvorstellung. Mehr Termine unter waldbuehne-bremke.de (Ute Lawrenz)

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