Der etwas andere Traumjob

Faszination Museum: Saskia Johann ist wissenschaftliche Volontärin in Göttingen

Typische Aufgabe im Museum: Saskia Johann lernt in ihrem wissenschaftlichen Volontariat auch das Digitalisieren von Objekten. Foto: Müller

Göttingen. Bestände digitalisieren, Texte schreiben, forschen und nebenbei Besucher durch die Ausstellung führen - für Saskia Johann ein Traumjob.

Die 38-Jährige macht seit fünf Monaten ein wissenschaftliches Volontariat im Städtischen Museum Göttingen.

„Die Arbeit in städtischen Museen zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben“, erzählt sie. Bereits als Kind habe sie es geliebt mit ihren Eltern Museen und Denkmäler zu besuchen. Während des Studiums sei Saskia Johann klar geworden, dass sie im Museumsbereich arbeiten möchte.

Neben den Einblicken in die verschiedenen Museumsbereiche würden ihr in ihrem Volontariat auch praktische Kenntnisse vermittelt, sagt Johann. Zudem bearbeite sie wissenschaftliche Anfragen, gestalte den Schaukasten und Schreibe Beiträge für den Museumsblog. Einen großen Raum ihrer Arbeit nehme die Digitalisierung der Karteikarten ein. „Alle Objekte aus dem Museum müssen fotografiert, ausgemessen und neu beschrieben werden“, erzählt die Volontärin.

Lange nach Stelle gesucht

Nach der Stelle in Göttingen hat Saskia Johann mehr als ein Jahr gesucht: „Es war schwierig einen Platz zu finden. Ich habe mehr als ein Jahr gesucht.“ Das Problem bei der Stellensuche seien vor allem die veränderten Voraussetzungen, glaubt die 38-Jährige. „Früher war eine Promotion Pflicht. Heute reicht oft schon der Master für ein Volontariat im Museum.“ Auch Flexibilität sei wichtig. „Man sollte ortsungebunden sein, wenn man sich auf ein Volontariat bewirbt.“

Wie die Zukunft der Museumsmitarbeiter aussieht, könne sie nur spekulieren. „Volontariatsstellen sind definitiv notwendig. Wenn aber immer mehr Stellen gekürzt werden, weiß ich nicht, wie das weiter finanziert werden soll.“

Saskia Johann studierte Kunstgeschichte und Archäologie in Münster und Marburg, später promovierte sie. Nachdem sie in Galerien und Stadtmuseen gearbeitet hat, war sie acht Jahre lang in Berlin. Dort habe sie im Pankower Bezirksmuseum gearbeitet - und sich von Werkvertrag zu Werkvertrag gehangelt.

Keine Übernahmegarantie

Auch wenn Saskia Johann Berlin etwas vermisse, bereue sie ihre Entscheidung, nach Göttingen zu gehen, nicht. „Früher habe ich immer nur zu Hause im stillen Kämmerchen gearbeitet“, erzählt Johann. Jetzt habe sie Kollegen mit denen sie sich beraten und austauschen kann. „Das mag ich sehr.“

Das Volontariat von Saskia Johann im Städtischen Museum dauert zwei Jahre. Eine Übernahmegarantie gibt es dort allerdings nicht. „Ich kann mir vorstellen nach meinem Volontariat auch in einem Museum für Kunst zu arbeiten.“

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