Premiere am 27. Mai

„Arbeiterinnen“ erzählen ihre Geschichte: Werkgruppe2 aus Rosdorf mit neuem Dokumentarfilm bei Ruhrfestspielen

Eine Szene aus dem Dokumentarfilm „Arbeiterinnen“: Eine Frau in blauem Oberteil und mit Zopf steht mit einem Megafon am Fenster
+
Eine Filmszene aus „Arbeiterinnen, dem Dokumentarfilm des Rosdorfer Medienkollektivs . Die Premiere findet im Rahmen der Ruhfestspiele statt.

„Arbeiterinnen“ der Werkgruppe2 aus Rosdorf ist eine internationale Koproduktion und feiert bei den Ruhrfestspielen am 27. Mai Premiere.

Rosdorf – Das Theater- und Medienkollektiv „Werkgruppe2“ aus Rosdorf hat einen Dokumentarfilm gedreht. Er erzählt die Geschichte einiger Frauen aus Arbeiterfamilien in zwei ehemaligen Bergbauregionen in Niederschlesien und im Ruhrgebiet. Die Produktion mit dem Namen „Arbeiterinnen/Pracujace Kobiety“ hat am 27. Mai bei den Ruhrfestspielen Premiere.

Das teilte die „Werkgruppe2“ nun mit. Die Dokumentatioin zeigt sechs Lebensgeschichten von Frauen in Polen und Deutschland, die anders verlaufen sind als erhofft: „Arbeiterinnen“ erzählt über drei Generationen hinweg von der Erfahrung eines sozialen Abstiegs, der mit dem Verlust von Arbeit zusammenhängt.

Doku-Film „Arbeiterinnen“ der Werkgruppe 2 aus Rosdorf: Industrieregionen Niederschlesien und Ruhrgebiet

Mal ist eine ganze Industrie- Branche abgewickelt worden, mal der Betrieb insolvent gegangen oder die Kinderbetreuung fehlte. Um der Frage näher zu kommen, was Arbeit für die eigene Identität bedeutet, hat Werkgruppe2 über ein Jahr lang Interviews mit Frauen aus Arbeiterfamilien in den Industrieregionen Niederschlesien und Ruhrgebiet geführt.

So ist ein berührendes und intimes Porträt entstanden, von Frauen in Polen und Deutschland, die zu den gesellschaftlich Ausgeklammerten zählen.

Der vergleichende Blick auf die europäischen Länder Polen und Deutschland mache deutlich, wie Arbeitsbiografien brüchig werden und Geschlechter- und Familienmodelle sich verändern, heißt es auf der Homepage des Kollektivs. Und es entsteht die dringende Frage, wie gegenseitige Solidarität möglich ist.

Doku-Film „Arbeiterinnen“ der Werkgruppe 2 aus Rosdorf: Planänderung wegen Pandemie

Zuletzt hatte das aus vier Frauen bestehende Kollektiv aus Rosdorf zusammen mit dem Oldenburger Staatstheater das Theaterstück „Überleben“ über die Auswirkungen der vom Ex-Krankenpfleger Niels Högel begangenen Klinikmorde auf die Bühne gebracht.

Wegen der Corona-Pandemie hatte sich die Werkgruppe2 im März 2021 entschlossen, keine Theaterproduktion, sondern ein Filmprojekt zu realisieren. Gedreht worden sei mit zwei Kamerateams in sechs Wohnungen in Polen und Deutschland.

Doku-Film „Arbeiterinnen“ der Werkgruppe 2 aus Rosdorf: Internationale Koproduktion

Die Recherche für die internationale Koproduktion mit den Ruhrfestspielen, dem Schauspiel Essen und dem polnischen „Teatr Polski w podziemiu – Theatre Polski in the Underground“ begann laut Mitteilung bereits im April 2019: „Die Frauen, deren Alter sich über drei Generationen erstreckt, haben wir befragt zum Verhältnis von Arbeit und Familienplanung, zu politischer Haltung, Werten und Träumen.“

Entstanden sei „ein utopisches Gespräch und Zusammensein über Ländergrenzen, Generationen und Hauswände hinweg.“ Weitere Informationen gibt es unter werkgruppe2.de. (Melanie Zimmermann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.