Quote in Göttingen steigt auf 7,3 Prozent

Saisonaler und coronabedingter Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Südniedersachsen

Die Arbeitsagentur in Göttingen: Sie ist an der Bahnhofsallee zu finden.
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Die Arbeitsagentur in Göttingen: Sie ist an der Bahnhofsallee zu finden.

Die Corona-Krise macht dem dem Arbeitsmarkt in Südniedersachsen auch im August zu schaffen. Zusätzlich gibt es einen saisonal üblichen Abstieg der Arbeitslosenzahlen im Sommer.

Göttingen – Im August waren in den Landkreisen Göttingen und Northeim 16 149 Menschen arbeitslos gemeldet – 304 Menschen oder 1,9 Prozent mehr als im Juli. Besonders stark ist der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat (23,9 Prozent): Im August 2019 lag die Arbeitslosenquote in Südniedersachsen noch bei 5,4 Prozent.

Der coronabedingte Anstieg zeigt sich deutlich in den Quoten: Zu Beginn der Corona-Pandemie im März lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,3 Prozent. Sie stieg über 6,0 Prozent (Ende April), 6,3 Prozent (Ende Mai), 6,4 Prozent (Ende Juni) und 6,5 Prozent (Ende Juli) auf einen neuen Höchstwert von 6,6 Prozent.

Im Bereich Göttingen stieg die Arbeitslosenquote im August um 0,2 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent. Mit 6855 Arbeitslosen gibt es 223 mehr als im Juli und sogar 1425 mehr als im August 2019. Offene Stellen in der Uni-Stadt wurden 1554 gemeldet.

Im Bereich Hann. Münden liegt die Arbeitslosenquote bei 6,1 Prozent, plus 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Juli. Im März lag die Quote noch bei 4,9 Prozent. Im Bereich der Drei-Flüsse-Stadt sind 1371 Menschen arbeitslos, 25 mehr als im Juli und 310 mehr als im Vorjahresmonat.

Im Raum Duderstadt (Untereichsfeld) liegt die Arbeitslosenquote weiterhin bei 4,7 Prozent. Dort werden 352 offene Stellen gemeldet.

Besonders bei den unter 25-Jährigen ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Diese Entwicklung hänge aber mit dem Ende von Ausbildung und Schule zusammen, erklärt Klaus-Dieter Gläser, Chef der Agentur für Arbeit in Göttingen. Dennoch fällt der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat mit 30,1 Prozent auf insgesamt 2176 recht deutlich aus.

Laut Gläser ist dieser Anstieg nicht darauf zurückzuführen, dass weniger Betriebe ihre ausgebildeten Nachwuchskräfte übernommen hätten. Die Zugänge nach schulischer, betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung seien auf dem Vorjahresniveau. „Wir haben eher die Situation, dass in den letzten Monaten weniger junge Arbeitslose eine neue Beschäftigung gefunden haben oder noch einen Ausbildungsplatz suchen.“

Im August waren 802 der insgesamt 2868 gemeldeten Ausbildungsstellen noch nicht abschließend vergeben, 496 junge Menschen waren auf Ausbildungssuche. Insgesamt zeigt sich Gläser aber optimistisch: „Denn auf dem Ausbildungsmarkt geht noch was, und auch die Nachfrage der regionalen Unternehmen zieht langsam wieder an, wenn sie auch noch deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt.“

Von Andreas Arens

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