Quote steigt auf 6,0 Prozent

Arbeitsmarkt in Südniedersachsen: Corona schlägt auf die Jobs durch

Arbeitsmarkt in Südniedersachsen: Corona schlägt auf die Jobs durch
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Die Arbeitsagentur in Göttingen: Sie ist an der Bahnhofsallee in Göttingen zu finden.

Die Corona-Krise ist auf dem Arbeitsmarkt im Südniedersachsen angekommen. Innerhalb eines Monats stieg die Arbeitslosenquote um 0,7 auf 6,0 Prozent.

Auch in den absoluten Zahlen spiegelt sich die Lage wider. Aktuell sind 14 503 Menschen arbeitslos gemeldet, 1626 mehr als vor einem Monat.

Ganz ähnlich sieht die Situation im Agenturbezirk Hann. Münden aus. Dort stieg die Arbeitslosenquote im Monatsvergleich um 0,5 auf aktuell 5,4 Prozent. Im Bereich der Drei-Flüsse-Stadt sind 1210 Menschen arbeitslos, 126 mehr als im Monat zuvor.

Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, macht deutlich: „Trotz vorsichtiger Lockerungen, beispielsweise für den Einzelhandel, kann in vielen Betrieben noch nicht wieder oder vorerst nur eingeschränkt gearbeitet werden.“

Als wichtiges Krisen-Instrument erweist sich die Kurzarbeit. Mehr als 4000 Betriebe in Südniedersachsen haben inzwischen Kurzarbeit angezeigt. Etwa 49 000 Beschäftigte könnten davon in den Landkreisen Göttingen und Northeim betroffen sein. Es wird laut Gläser erst in einigen Monaten konkreten Zahlen geben, in welchem Umgang Kurzarbeit am Ende tatsächlich umgesetzt wird. Der Grund: Die Betriebe haben drei Monate Zeit, ihre Abrechnungen für das Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Außerdem spiegeln sich die Probleme auf dem Arbeitsmarkt bei einem Blick auf die offenen Stellen wider. Die Nachfrage ist um etwa 50 Prozent zurückgegangen: Im April gingen weniger als 700 neue Stellenangebote bei Agentur ein. Der Bestand an offenen Stellen liegt nur noch bei 3858, fast neun Prozent weniger im März.

Klaus-Dieter Gläser, Chef der Arbeitsagentur Göttingen

Gläser berichtet, dass sich geplante Wiedereinstellungen oder Stellenneubesetzungen verzögern: „Die Unternehmen sind bei ihrer Personalplanung momentan eher zurückhaltend.“ In Bereichen, in denen die Kurzarbeit nicht greift oder sich bereits jetzt die Perspektiven deutlich eingetrübt haben, hat es inzwischen auch schon Entlassungen gegeben.

VON BERND SCHLEGEL

Eingeschränkte Weiterbildungsangebote

Bildungsträger können ihre Weiterbildungen derzeit nicht im Präsenzunterricht anbieten, so Agenturchef Klaus-Dieter Gläser. Daher haben Arbeitsagentur und Jobcenter weniger Möglichkeiten, Menschen auf Jobsuche mit Qualifizierungs- und Coachingangeboten zu unterstützen, denn nicht alle Angebote sind online möglich. Der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente, wie die Weiterbildung, hat eben auch Einfluss auf die Zahl der Arbeitslosen.

Mehr zu Corona in Niedersachsen:

Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Niedersachsen und Corona in Göttingen gibt es im News-Ticker.

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