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Vorlesungsreihe an Uni: Aretha Franklins großer Song der Pop-Geschichte

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„Queen of Soul“: Aretha Franklin 2014. © dpa

Göttingen. Die Uni Göttingen bietet auch in diesem Wintersemester eine Vorlesung über Pop-Kultur und -Musik an. Am Montagabend ging es um Aretha Franklin.

In ihrem Vortrag eröffnete Anna Bers den Zuhörern eine ganz neue Perspektive auf den „fünftbesten Song aller Zeiten“. Sie analysierte nicht nur „Respect“, sondern auch den großen Einfluss Aretha Franklins auf die letzten sechs Jahrzehnte.

„Niemand hat mehr Respekt vor Frauen als ich.“ Mit diesem Zitat des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump eröffnete Anna Bers vom Seminar für Deutsche Philologie der Uni Göttingen ihre Präsentation und erntete beifälliges Gelächter von den gut 100 Zuhörern am Montagabend im Zentralen Hörsaalgebäude.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „1967/68 – Schaltjahre der Popkultur“ referierte Bers über Aretha Franklins Megahit „Respect“ aus dem Jahr 1967.

Dabei ging sie auf eine ganz andere Art an den vom Rolling-Stone-Magazin zum fünftbesten Song aller Zeiten gekürten Meisterwerk der amerikanischen „Queen of Soul“ heran. Denn ihr Forschungsschwerpunkt ist die „Gedicht-Performance“, und so sezierte sie den von Franklin vollkommen umgestalteten Text des Otis-Redding-Originals von 1965 ausgiebig.

Dabei stellte Bers dann fest, dass „Respect“ nicht nur die Forderung einer frustrierten Ehefrau nach mehr Anerkennung von ihrem Ehemann ist, sondern eine Speerspitze der Emanzipation von Frauen und Afro-Amerikanern – in den Sechziger Jahren ebenso wie heute.

Damals forderte die Schwarze Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King gleiche Rechte für alle, und heute müssen die Menschen in den Vereinigten Staaten erneut oder immer noch gegen Diskriminierung kämpfen.

2009 sang Franklin, längst eine lebende Legende und Zeitzeugin all der gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen der vergangenen Jahrzehnte, bei der Amtseinführung von Barack Obama, schloss Anna Bers ihren Vortrag. Zumindest der „Queen of Soul“ wird der eingeforderte Respekt entgegengebracht, den sie verdient hat. Das Publikum erwies dann auch Anna Bers seinen Respekt und spendete ausgiebigen Applaus.

Die Vortragsreihe läuft noch bis in den Januar hinein. Als nächste Themen werden der Film „Belle de Jour“ und in der Woche darauf die Musik von Frank Zappa und Captain Beefheart einer Analyse unterzogen. 

Von Tammo Kohlwes

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