Ergebnisse veröffentlicht

Göttinger Wissenschaftler untersuchten Folgen von Landnutzung auf Sumatra

Vier tropischen Landnutzungssysteme: An diesen Beispielen untersuchten die Wissenschaftler die Veränderungen in der Artenvielfalt. Fotos/Montage: Uni Göttingen/nh

Göttingen. Die Umwandlung von tropischem Regenwald zu Palmöl-Plantagen führt zu einem deutlichen Rückgang in der Artenvielfalt. Außerdem sind die Öko-Systeme anfälliger. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen und der Bogor Agricultural University in Indonesien herausgefunden.

Die Forscher untersuchten auf Sumatra die Folgen der veränderten Landnutzung für das gesamte Ökosystem, indem sie die Artengemeinschaft in der Streuschicht, der obersten Bodenschicht, die aus totem Laub besteht, analysierten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Die Umwandlung von tropischen Regenwäldern zu Palmöl-Plantagen zählt zu den bedeutendsten Veränderungen weltweit, mit potenziell dramatischem Einfluss auf die Biodiversität und Funktionalität natürlicher Öko-Systeme. Unser Verständnis der Effekte dieses Prozesses beruhte aber bisher lediglich auf isolierten Untersuchungen bestimmter Spezies wie beispielsweise Pflanzen. Auswirkungen der Umwandlung auf der Ebene ganzer Öko-Systeme waren bislang unbekannt.

Die Wissenschaftler konnten bei ihrer Analyse der Streuschicht zeigen, dass die „Diversität, Individuendichte und Biomasse von Tieren mit der Umwandlung von Wäldern zu Palmenplantagen um mindestens 45 Prozent“ abnimmt. Um die Auswirkungen auf sämtliche Funktionen des Ökosystems abschätzen zu können, berechneten sie die jährlichen Energieflussraten der verschiedenen Lebensgemeinschaften. Die Energieflussraten bilden wichtige Ökosystemfunktionen ab: So repräsentiert der Energiefluss zwischen totem Laub und Zersetzern zum Beispiel die Funktion der Zersetzung, die wichtig ist im Hinblick auf das Recycling von Nährstoffen. Die Berechnungen zeigten, dass die Umwandlung zu Plantagen zu einem 51-prozentigen Verlust der Energieflussraten führt.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Umwandlung von tropischen Regenwäldern zu Palmöl-Plantagen nicht nur zu einem Verlust an Biodiversität führt, sondern in noch höherem Maß die Funktionalität dieser Ökosysteme verändert“, sagt Prof. Dr. Ulrich Brose, Leiter der Abteilung Systemische Naturschutzbiologie der Universität Göttingen. Der Wissenschaftler ergänzt: „Und eine geringere Funktionalität in Kombination mit niedriger Biodiversität macht diese wertvollen Ökosysteme anfälliger für die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels.“ (bsc)

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