Asyl-Protest in Göttingen: Auto von Polizeichef zerkratzt

Göttingen. Das Auto des Landespolizeipräsidenten Uwe Binias wurde am Dienstag am Rand eines Protests von Asyl-Aktivisten auf dem Leineberg zerkratzt. Das wurde nach der Aktion bekannt.

Der Schaden an dem Auto war erst nach Ende einer Protestaktion festgestellt worden. Hintergrund war das Treffen von Innenminister Boris Pistorius mit Asylunterstützern in den Räumen der Thomas-Gemeinde.

Dabei waren laut Polizei etwa 80 Teilnehmer von der Innenstadt auf den Leineberg gekommen. Dabei hatten sie einen Lautsprecherwagen mitgenommen. Vor der Thomas-Kirche gab es Redebeiträge zur Asylpolitik. Außerdem wurden Videosequenzen zum Thema auf das Kirchengebäude geworfen. Gegen 18 Uhr machte sich die Gruppe auf den Rückweg in die Innenstadt und löste sich dort auf.

Die Polizei, die mit einem großen Aufgebot vor Ort war, beschränkte sich bei ihren Maßnahmen vor allem auf die Verkehrsregelung. Zu größeren Zwischenfällen kam es nicht.

Allerdings wurde im Nachhinein der Lackschaden am Dienstwagen von Landespolizeipräsident Uwe Binias festgestellt. Den Schaden beziffert die Polizei auf etwa 1000 Euro. Die Beamten gehen von einer politisch motivierten Tat aus. Die Emittlungen des Staatsschutzkommissariates dauern an.

Kritik am Innenminister

Kritik an Innenminister Pistorius kommt von der „Antifaschistische Linke International“. Sie bemängelt, dass Pistorius das Treffen verlassen hatte, kurz bevor die Teilnehmer der Protestaktion auf dem Leineberg eintrafen. Allerdings hatte der Minister einen wichtigen Termin: Er unterzeichnete kurz nach 17 Uhr in Dransfeld einen Zukunftsvertrag. Die Samtgemeinde erhält nun eine Entschuldungshilfe von 5,6 Millionen Euro. Die Antifaschistische Linke kündigte unterdessen an, weiter Widerstand gegen die Asylpraxis zu leisten. (bsc)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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