JT wieder live vor Publikum

Auf dem Hof des Jungen Theater in Göttingen war wieder „Land in Sicht“

Riesenspaß bei der Arbeit: Jan Reinartz (vorne mit Gitarre) und Fred Kerkman (hinten) bei der Show „Land in Sicht“ auf der Open-Air-Bühne des JT in Göttingen.
+
Riesenspaß bei der Arbeit: Jan Reinartz (vorne) und Fred Kerkman bei der Show „Land in Sicht“ auf der Open-Air-Bühne des Jungen Theater (JT) in Göttingen.

Am Freitagabend präsentierte das Jungen Theater Göttingen auf seiner Open-Air-Bühne an der Bürgerstraße 15 seine Musikshow „Land im Sicht“ vor Live-Publikum

Göttingen - Es war der erste Auftritt nach sieben Monaten Lockdown für die Schauspieler und Musiker, die zwischenzeitlich im Netz für „ihr“ Publikum aktiv waren. „Es ist wunderschön, endlich mal wieder das zu tun, was wir gelernt haben“, meinte Sänger Jan Reinartz.

Eingehüllt in warme Decken und in weitem Abstand voneinander saßen die 70 Gäste auf dem ehemaligen Schulhof unter mächtigen Kastanienbäumen. Der Wind ließ die saftig-grünen Blätter rascheln. Vögel zwitscherten. Warm schien die Sonne, wenn sie nicht gerade von Wolken verhüllt wurde. Von Ferne war der Straßenverkehr zu hören und vom Wall blickten immer wieder neugierig Spaziergänger herunter.

„Als eine der ersten Kultureinrichtungen der Region treten wir wieder live auf“, erklärte Intendant Nico Dietrich zu Konzertbeginn. Die Hygieneauflagen waren streng: Tickets hatte es nur online zu kaufen gegeben. Jeder Gast musste einen tagesaktuellen, negativen Coronatest vorlegen und sich die Hände desinfizieren. Alle trugen die ganze Zeit über eine Maske. Nach dem Konzert verließ das Publikum schnell wieder den Hof.

„Ich habe das Streamen allmählich satt“, erklärte Zuschauerin Annette Ausmeier aus Nesselröden, die die Land-in-Sicht-Show bereits einmal online gesehen hatte. Sie sehne sich nach abendlichen Events, auch wenn es auf dem häuslichen Sofa wärmer sei als auf dem windigen Hof. „Es ist super, mal wieder mit anderen Kultur zu genießen“, freute sich Iris Linne aus Göttingen. „Es fühlt sich nach so langer Zeit ungewohnt an“, meinte Ulrike Schöning aus Bovenden.

„Die vergangenen Monate traten wir höchstens Mal einer Kamera auf, nun seid ihr alle da“, sagte Katharina Brehl erleichtert. Die ausdrucksstarke Schauspielerin und temperamentvolle Sängerin brillierte mit Tina Turners „Rolling on the River“. Zuvor musste sie, wie auch einige ihrer Kollegen, improvisieren, denn Windstöße bliesen Gitarrist Fred Kerkmann die Noten vom Pult. Sie komme aus Fulda erklärte Brehl und pries den Fuldaer Saumagen an („weicher als die Göttinger Stracke“).

Schauspieler, Sänger und Hornist Michael Johannes Mayer überbrückte die Wartezeit mit einem Witz: „Kommt ein Pferd in die Kneipe. Fragt der Ober: Warum machst du so ein langes Gesicht?“ Der gebürtige Wiener sang Ludwig Hirschs lebensmüdes Lied „Komm, großer schwarzer Vogel“ bewegend melancholisch.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörten die Auftritte von Klemen Orter, der Slowenien beim Eurovision Song Contest vertreten hat und nun das JT-Ensemble coacht. JT-Geschäftsführer und Regisseur Tobias Sosinka, der die Show gemeinsam mit Kerkmann konzipiert hatte, war mit Wolfgang Niedecken Seefahreer-Hymne „Land in Sicht zu“ zu hören.

Am Donnerstag 27. und Freitag, 28. Mai zeigt das Junge Theater im Hof jeweils um 19 Uhr den Heinz-Ehrhardt-Abend „Danke für das Geräusch!“ Karten: www.junges-theater.de. (Michael Caspar)

Nein, das ist kein Archivfoto! Auf der Open-Air-Bühne im Hof des Jungen Theater (JT) Göttingen waren Freitagabend wirklich Akteure live bei zu bewundern. Die Zuschauer genossen – mit Abstand – das Musikprogramm „Land in Sicht“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.