Mild oder Bio

Glühwein im Test: Auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt gibt's spannende Sorten zu entdecken

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Glühwein-Test in der Göttinger Innenstadt: (von links) Stefan Rampfel, Bernd Schlegel, Walter Gleitze, Andreas Arens und Anke Heidenreich machten den Rundgang.

Göttingen. Was wäre ein Weihnachtsmarktbesuch ohne ein Glas Glühwein? Kaum vorstellbar. Doch die Auswahl auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt ist groß. Grund genug für die HNA-Redaktion, einen semi-professionellen Selbsttest zu machen. 

Wo schmeckt der Glühwein am besten und ab welcher Menge sollte man sich auch nicht mehr aufs Fahrrad schwingen? Eines sei vorweggenommen: Das mit Alkoholtest funktionierte nicht wirklich. Bei allen fünf Testern zeigte das Atemalkoholtestgerät auch nach dem vierten beziehungsweise fünften Becher Glühwein noch exakt 0,00 Promille an. Das konnte offensichtlich nicht stimmen.

Also beschränken wir uns ganz auf den Geschmackstest. Erster Anlaufpunkt war die Tiroler Hütte. Nach Auskunft des Personals hat der rote Glühwein dort immerhin stolze 13 Prozent Alkoholgehalt. Und den schmeckten auch alle heraus. Was dem einen etwas zu heftig war, gefiel dem anderen gut. Schnell zeigten sich unter den Testern zwei Philosophien: Die einen mögen’s süß, die anderen wollen den Wein noch herausschmecken.

Letzteres war bei der zweiten Station, dem Bullerjahn-Stand vor dem Alten Rathaus kaum noch möglich. Sehr mild schmeckte der Glühwein dort, dafür gab es Livemusik von einem sehr gut aufgelegten Posaunenchor. Und schon kam weihnachtliche Stimmung auf. Und: Die ersten Tester merkten schon die Wirkung des Alkohols. „Jetzt würde ich mich nicht mehr ans Steuer setzen“, hieß es.

Nach einer kurzen Stärkung für den Magen ging es weiter zum „Krummacker“. Dieser Glühwein war für den Weinkenner eindeutig der beste. Und das nicht zufällig. Denn die Wirte ordern für ihren Glühwein einen trockenen Lemberger vom Bioweingut Knobloch in Ober-Flörsheim. Und auch die Unterhaltungen mit dem Personal hinter der Theke sorgte für ausgelassene Stimmung bei dem HNA-Quintett.

Nun war der „Schwibbogen“ dran. Auch hier war die Bedienung wieder ausgesprochen freundlich, sie erfüllte sogar Sonderwünsche für die schon leicht schwächelnde Fraktion – einer stieg auf Kinderpunsch um, eine andere musste zwischendurch einen Lumumba einschieben, um nicht zu übersäuern.

Als um 20.30 Uhr alle Stände des Göttinger Weihnachtsmarktes langsam ihre Pforten schlossen, ging es für die Tester noch zum „Zindelhof“, einem weihnachtlich gestalteten Innenhof, der immer etwas länger geöffnet hat. Das Ambiente hier ist einfach herausragend. Das gilt für den Glühwein – der hier unter Punsch firmiert – nicht unbedingt. Denn der war in unserem Test sehr süß und schmeckte kaum nach Wein. Nur für unseren Kinderpunsch-Freund war diese Variante der beste „Glühwein“ des Abends.

Fahrtüchtig wäre nach der „Weinprobe“ niemand mehr gewesen: Deshalb setzte sich auch keiner aus dem Quintett noch hinter das Steuer. Entweder ging es Fuß oder mit dem Bus nach Hause.

Alkohol hinterm Steuer: Polizei kontrolliert in der Weihnachtszeit

Wer sich nach dem Glühweingenuss noch hinters Steuer setzt oder aufs Fahrrad steigt, kommt schnell mit dem Gesetz in Konflikt. Gerade in der Weihnachtszeit macht die Polizei häufig Kontrollen. Wer bestimmte Grenzen überschreitet, muss neben dem Führerscheinentzug auch mit einer Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung (MPU) rechnen, umgangssprachlich Idiotentest genannt. 

Der Deutsche Verkehrsgerichtstag hatte empfohlen, dass Alkoholsünder bei der ersten Auffälligkeit künftig bundesweit einheitlich schon ab einem Promillewert von 1,1 den MPU-Test absolvieren müssen. Diese Grenze liegt in den meisten Bundesländern derzeit bei 1,6 Promille. Wer wiederholt unter Alkoholeinfluss unterwegs war, wer mit Drogen aufgefallen ist oder acht Punkte in Flensburg hat, muss ebenfalls mit einer MPU rechnen. Das wird immer durch die für den Wohnort zuständige Führerscheinstelle angeordnet.

Aus dem Archiv: Alkoholtest der Online-Redaktion

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