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Corona-Demos in Göttingen: Polizei löst Blockaden „mit Zwang“ auf

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Von: Stefan Rampfel, Melanie Zimmermann, Bernd Schlegel

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Einsatzkräfte der Polizei räumen einen Straßenkreuzung im Zuge einer Gegendemonstration.
Einsatzkräfte der Polizei räumen die Kreuzung Herzberger Landstraße/Friedländer Weg. © Stefan Rampfel

In Göttingen sind erneut „Spaziergänger“ und Gegendemonstrierende unterwegs. Es gibt Auseinandersetzungen mit der Polizei und eine Festnahme.

Update vom Dienstag. 08.02.2022, 16.40 Uhr: Unterdessen hat eine Radfahrerin nach dem Einsatz vom Montag Anzeige gegen Polizeibeamte erstattet. Nach Schilderung der Göttingerin fuhr sie gegen 19.30 Uhr mit dem Rad auf der Herzberger Landstraße in Richtung Friedländer Weg. In Höhe der Stadthalle sei ihr der Demonstrationszug entgegengekommen. Diesem vorweg ging eine Reihe Beamter.

Die Radfahrerin gibt weiter an, dass die Einsatzkräfte plötzlich auf sie zugelaufen seien und ihr das Rad entrissen hätten, woraufhin sie gestürzt sei und sich leicht verletzt habe. An ihrem Rad sei Sachschaden entstanden, eine von ihr mitgeführte Fahne hätten die Beamten mitgenommen.

Die Polizeiinspektion Göttingen hat sofort nach Eingang der Anzeige die weiteren Ermittlungen eingeleitet. Die Prüfung der erhobenen Tatvorwürfe dauern an. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0551/491-2115 zu melden.

Erstmeldung vom Dienstag, 08.02.2022: Göttingen – Neuer Montag – neuer Corona-Spaziergang – neue Gegendemo. Am Montagabend (07.02.2022) haben in Göttingen erneut etwa 150 Menschen mit einer als Spaziergang deklarierten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung demonstriert. Gegendemonstranten blockierten in der Innenstadt an verschiedenen Stellen die Route der „Spaziergänger“. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Der Zug der Maßnahmen-Gegner setzte sich gegen 18.20 Uhr am Albaniplatz in Bewegung. Die Route führte über die Bühlstraße, den Nikolausberger Weg und über die Ewaldstraße und die Brüder-Grimm-Allee zum Eichendorffplatz. Hier blockierten Dutzende Gegendemonstranten die Kreuzung kurzfristig.

Sitzblockade von Gegendemonstranten auf einer Kreuzung. Ihnen steht eine Reihe Polizeibeamter gegenüber.
Sitzblockade auf der Kreuzung Herzberger Landstraße/Friedländer Weg: Auch hier mussten die Einsatzkräfte die Gegendemonstranten zum Teil von der Straße zerren. © Stefan Rampfel

Demos in Göttingen: Eine Festnahme in der Bühlstraße

In der Bühlstraße kam es zu einer ersten Blockade durch Gegendemonstranten. Als diese sich auf Anweisung der Einsatzkräfte weigerten, die Straße zu räumen, mussten die Polizeibeamten in letzter Konsequenz „unmittelbaren Zwang in Form von Schieben/Abdrängen anwenden“. Die Gegenprotestler wurden bis auf den Gehweg zurückgedrängt.

Ein Gegendemonstrant wurde nach einem Angriff auf einen Polizeibeamten in der Bühlstraße vorläufig festgenommen und zur Dienststelle gebracht. Er kam später wieder „auf freien Fuß“. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte wurde eingeleitet, heißt es in einem Bericht der Polizei Göttingen.

Weitere solcher Blockade-Aktionen folgten im Bereich Ewaldstraße/Ritschlweg, Eichendorffplatz und Herzberger Landstraße/Friedländer Weg. Auch hier musste die Polizei die Blockaden mit Zwang auflösen. Die blockierenden Gegendemonstranten wurden von der Straße gedrängt und geschoben, einige Gegendemonstranten wurden sogar weggetragen und weggezerrt. Gegen 19.50 Uhr erreichte der Demonstrationszug der Corona-Kritiker wieder den Albaniplatz und löste sich dort schließlich auf.

Ein Mitglied von „Die Partei“ hält ein Schild mit der Aufschrift „Bedingungsloses Mindesthirn für alle!“
Auch Mitglieder der Partei „Die Partei“ waren wieder unter den Gegendemonstrierenden am Montagabend. © Stefan Rampfel

Demos in Göttingen: „Schwurbler sind keine Mehrheit“

Unter den Gegendemonstranten sind auch Mitglieder von der Partei „Die Partei“. „Wir sind jeden Montag dabei und wollen zeigen, dass die Schwurbler keine Mehrheit sind“, sagt Marcel Orth. „Diese Menschen sind sogar nur eine kleine Minderheit unter den 20 Millionen Ungeimpften, die eben nicht auf die Straße gehen, sondern die Konsequenzen ihrer Entscheidung gegen eine Impfung tragen wie erwachsene Menschen.“

Die „Schwurbler“, wie Orth sagt, hingegen gingen auf die Straße und versuchten andere Menschen mit Fake-News von der Entscheidung für eine Impfung abzuhalten. Auch die „Omas gegen Rechts“ sind bei der Gegendemonstration wieder mit dabei. „Wir machen hier mit, um zu zeigen, dass der rechte Einfluss bei den Spaziergängen nicht tragbar ist“, sagt Richarda Danielczick. (Stefan Rampfel/Melanie Zimmermann/Bernd Schlegel)

Auch vergangene Woche gingen in Göttingen Hunderte Kritiker und Befürworter der geltenden Corona-Maßnahmen auf die Straße. Es kam zu Zwischenfällen.

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