Nicholas Milton stellt Programm vor

Aufbruchstimmung beim Symphonieorchester: mit neuem Chef und ohne Stadthalle

Drei Männer und ein Programm: Das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) stellte das neue Programm „Kaleidoskop“ vor. Von links Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Lipski, Künstlerischer Leiter /Chefdirigent Nicolas Milton und Geschäftsführer Klaus Hoffmann. Foto: Thomas Kopietz

Göttingen. Das Göttinger Symphonie Orchester steht vor einer spannenden Saison - ohne Stadthalle und mit neuem Chef. Nicholas Milton hat schon das neue Programm gestaltet.

Umbruch beim Göttinger Symphonie Orchester: Mit dem Weggang von Christoph-Mathias Mueller geht eine – starke – Ära für das GSO zu Ende. Nicholas Milton übernimmt im August und hat aber schon in Vorleistung das Programm der Saison 2018/19 gestaltet, das am Mittwoch vorgestellt wurde.

Im Hotel Freizeit In herrschte lockere Aufbruchstimmung unter den vielen Gästen des GSO-Freundeskreises – obwohl nicht nur tolle Nachrichten verkündet wurden.

Herausforderung für Milton

Denn Nicholas Milton muss sich einer Herausforderung stellen – wie alle GSO-Musiker und Mitarbeiter: die Heimspielstätte des Klangkörpers wird ab „irgendwann im November“, so Geschäftsführer Klaus Hoffmann, nicht mehr nutzbar sein. „Wir freuen uns alle, dass es bald losgeht mit der Stadthallensanierung, aber wenn es losgeht, stellt es uns vor große Aufgaben“, sagte Hoffmann.

Ersatz für Stadthalle

Das Programm – das nun hauptsächlich in den drei Spielstätten Universitätsaula, Deutsches Theater und Lokhalle – laufen wird, ist dennoch umfangreich und spannend, wie Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Lipski betonte.

Orte sind Chance

Sich als Neu-Göttinger gleich wechselnden Orten für die Konzerte stellen zu müssen, das ist für den gebürtigen Australier Nicholas Milton kein Grund für Bedenken. Mit der ureigenen australischen Lockerheit ruft er den Gästen am Mittwoch entgegen: „Das ist doch spannend. Ich freue mich darauf, mit diesem fantastischen, elektrisierenden Orchester aufzutreten.“ Es werde spannend zu sehen sein, was man an den unterschiedlichen Spielorten machen könne.

Milton zuversichtlich

Milton forderte auch die Besucher auf, sich auf die Orte einzulassen. „Ich denke, es werden mehr Leute kommen, weil sie das miterleben wollen“, sagt er optimistisch.

Broadway in Lokhalle

Das Programm hat Milton auch auf die Unterschiedlichkeit der Hallen ausgerichtet: In der Lokhalle werden etwas härtere Stücke gespielt: So unter dem Titel „Feurig“ ein Doppelkonzert mit Stücken von Mendelssohn, Mac Millan und Schostakowitsch. Dazu ebenfalls in der Lokhalle „Broadway“ von Bernstein und Gershwin mit „starkem Schlagzeug-Sound“, freut sich Nicholas Milton.

Zuvor werde die Lokhalle intensiv ausgetestet, „wir wollen Bühnen- und Sitzposition prüfen, um einen optimalen Sound hinzubekommen.

Wärme im Theater

Den wärmeren Klang des Großen Hauses im Deutschen Theater werden die Konzerte zu den Themen Kuba, Spanien und Russland nutzen. Die kühlere Atmosphäre der Stadthalle jedenfalls gibt es auch noch: Letztes Konzert dort wird Ende Oktober sein – vielleicht gibt es noch ein vorläufiges „Abschiedskonzert“, kündigte Hoffmann an.

Konzerte im PS-Speicher

Zudem wird das GSO öfter in die Region Südniedersachsen ausschwärmen: Fünf Konzerte gibt es in der Halle des PS-Speichers in Einbeck, vier in der Stadthalle Osterode. Und: In Göttingen wird auch die Jacobi-Kirche bespielt.

Viele Gastauftritte

Im Programm mit dem Titel „Kaleidoskop“ ist nur etwa ein Drittel aller Konzerte des GSO aufgeführt - denn das Orchester geht auch wieder auf Gastspielreise. Diesbezüglich ist es fleißig wie eh und je: Mehr als 25 Prozent des Jahresetats spielt das Orchester selbst ein. „Das ist viel im Vergleich zu anderen Orchestern“, sagt Hoffmann.

Zuschuss-Verhandlungen

Der Geschäftsführer ist übrigens im Moment in Verhandlungen mit der Landesregierung über die Erhöhung des Finanzzuschusses. Bislang kommen 1,5 Millionen Euro pro Jahr aus Hannover. „Es könnte ruhig ein wenig mehr sein“, so Hoffmann.

Probleme auch 2019/20

Übrigens: Auch die Folgesaison 2019/2020 wird eine schwierige, ohne Stadthalle. Aber immerhin haben Nicholas Milton samt Musiker dann schon Erfahrung mit den anderen Spielstätten.

Mehr Infos zum Programm Kaleidoskop gibt es im Internet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.