Händel-Festspiele Göttingen

Live auf Leinwand in der Lokhalle: Rodelinda-Aufführung setzt Modetrends

101. Händel-Feststpiele Göttingen: Public Viewing in der Lokhalle, dort wurde die Festspieloper-Premiere von „Rodelinda“ aus dem DT live übertragen. Intendant Tobias Wolff und Regisseur Dorian Dreher kamen aber herüber, um Moderatorin Raliza Nikolov, Fragen zu beantworten.
+
101. Händel-Festspiele Göttingen: Public Viewing in der Lokhalle, dort wurde die Festspieloper-Premiere von „Rodelinda“ aus dem DT live übertragen. Intendant Tobias Wolff und Regisseur Dorian Dreher kamen aber herüber, um Moderatorin Raliza Nikolov, Fragen zu beantworten.

Von der Eröffnung der Händel-Festspiele Göttingen auf dem Schulhof des Max-Planck-Gymnasiums hatten es die Zuschauer nicht weit zur Premiere im DT oder in der Lokhalle

Göttingen - Wer eine Karte ergattert hatte, ging direkt ins Deutsche Theater. Für die Besucher des Public Viewing gab es einen Sonderbus, der sie bis zur Lokhalle brachte.

Ohne Impfnachweis gab es dort kein Pardon. Mit der Zusage, dass sie später noch eingelassen werde, zieht eine Frau los, um den Pass noch zu holen. Wird sie es noch rechtzeitig schaffen? Die Aufführung beginnt mit leichter Verspätung. Es seien noch Corona-Tests nötig gewesen, weiß die Moderatorin.

Die Ouvertüre beginnt. Der Vorhang teilt sich, wohlgemerkt auf der Leinwand. Trotz stehender und hängender Mikrofone, die ins Bild hineinragen, fühle sich der Besucher in der Lokhalle fast wie im Theater. Doch ist die Akustik dort etwas besser?

Ob es am warmen Spätsommerwetter liegt, dass nur wenige das Public Viewing nutzen? In der Lokhalle sind am Premierenabend auf jeden Fall noch Karten zu haben. Egal, jetzt wird der erste Akt genossen. In der Pause folgt ein Film zur Festspiel-Geschichte. Viele nutzen den Break aber, um sich eine Erfrischung zu holen. Getränke werden verkauft – auch Brezel.

Weil Premierenkarten für die Oper im Deutschen Theater „richtig teuer“ sind, haben sich Christine Klages-Hahne mit Ehemann Udo Hahne und den Freunden Iris Balduhn und Arne Brandt dazu entschieden, die Premiere in der Lokhalle – Kostenpunkt fünf Euro pro Karte – zu verfolgen. So könnten sie sich mehr Händel-Events leisten, erklärt Klages-Hahne. Außerdem genießen sie die „Location“.

„Hier kannst du dein Bier mit an den Platz nehmen“, sagt Hahne. Gleich fällt den Freunden auch Basketball ein. Ein Spiel wollen sie auch gern in der Halle verfolgen, was ja ein Traum bleiben wird. Die BG spielt in der S-Arena. Die Moderatorin vom NDR, Raliza Nikolov, erzählt die Geschichte von dem Seidenkleid, das Rodelinda vor gut 100 Jahren getragen hätte. Die älteren Frauen hätten es als unziemlich verurteilt. Bei den Jüngeren sei es neue Mode geworden.

Im zweiten Akt, im Dreh mit Nahaufnahmen nimmt die Geschichte ihren dramatischen Lauf. Immer öfter applaudieren die Zuschauer mit, wenn im DT geklatscht wird. In der zweiten Pause finden sich Tobias Wolff und Nachfolger Jochen Schäfsmeier sowie Regisseur Dorian Dreher zum Gespräch ein. Schäfsmeier empfindet die Übertragung in der Lokhalle als „ganz anders“. Mit Hilfe der Nahaufnahmen könne der Zuschauer Gesichtszüge erkennen. Im Theater sehe das Publikum das Geschehen auf der Bühne eher als Ganzes. Eine Zuschauerin fragt, warum Rodelinda als Trauernde Rot trage.

Für eine Antwort ist kaum Zeit. Schäfsmeier musste zurück ins DT, Wolff und Dreher wollen ihm nun folgen. Die Zeit reicht noch für eine kurze Inhaltsangabe. Dann können die Zuschauer den dritten Akt sehen, bevor die mitreißende Premiere der allerersten Händel-Festspieloper nach viereinhalb Stunden ihr viel beklatschtes Ende findet. (Ute Lawrenz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.