Hitlergruß und ein verletzter Polizist

Aufmarsch von rechter Gruppe "Der Dritte Weg" in Nordhausen: Massive Proteste

Nordhausen. Ein Hitlergruß und ein verletzter Polizist: Das ist die Bilanz eines Aufmarsches der rechten Gruppierung „Der Dritte Weg“ und massiven Gegenprotesten am Samstag in Nordhausen.

Dazu hatte auch die Grüne Jugend aus Göttingen aufgerufen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Dazu waren Beamte aus ganz Thüringen zusammengezogen worden. Sie wurden von Polizisten aus Sachsen-Anhalt unterstützt.

Laut Polizei nahmen etwa 200 Menschen an dem Marsch der rechten Gruppe durch die Stadt teil. Dabei wurde der Hitlergruß gezeigt. Ein weiterer Anhänger der Gruppierung trug verbotene Handschuhe, die als „Schutzbewaffnung“ gelten.

Unter dem Motto „Töne der Toleranz“ hatte ein Bündnis eine Gegenveranstaltung angemeldet. Etwa 250 Teilnehmer waren dabei. Die Polizei registrierte drei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz aus diesen Reihen. Außerdem kam es zu „sechs Widerstandshandlunge gegen Polizisten“, bei denen ein Beamter leicht verletzt wurde. Bereits in der Nacht zum Samstag plakatierten Unbekannte die geplante Demo-Strecke der rechten Gruppierung.

Am August-Bebel-Platz/Ecke Weberstraße trafen schließlich beide Seiten schließlich aufeinander. Dabei kam es zu verbalen Provokationen aus den Reihen des linken Lagers gegenüber dem rechten Lager, sagte ein Polizeisprecher.

Sitzblockade

Eine Sitzblockade von 50 Versammlungsteilnehmern des linken Spektrums auf der Sangerhäuser Straße veranlasste die Polizei in Absprache mit den Vertretern der Versammlungsbehörde die Demo-Strecke der rechten Gruppe an der Sangerhäuser Straße vorbei, über die Arnoldstraße zu leiten.

Immer wieder versuchten Versammlungsteilnehmer aus der linken Szene, die Demo-Strecke des dritten Weges zu blockieren. Zwei weitere Blockaden mussten durch Polizisten geräumt werden. Dabei mussten die Beamten Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen, nachdem vier Polizisten massiv von 40 linken Versammlungsteilnehmern bedrängt worden waren. Verletzte gab es dabei nicht.

Endgültige Aussagen über Straftaten und Ordnungswidrigkeiten während der Aktionen am Samstag sind nach Angaben der Nordhäuser Polizei erst nach Abschluss aller Ermittlungen möglich.

"Der Dritte Weg": Rechtsextreme Kleinpartei

"Der Dritte Weg“ ist laut Online-Lexikon Wikipedia eine rechtsextremistisch-neonazistische Kleinpartei in Deutschland.

Sie wurde im September 2013 unter maßgeblicher Beteiligung ehemaliger NPD-Funktionäre und Aktivisten des im Juli 2014 verbotenen Freien Netzes Süd (FNS) gegründet. Sie gilt als Versuch, das FNS unter dem Schutz des Parteienprivilegs weiterzuführen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat einen deutlichen Einfluss von Neonazis in der Partei festgestellt. Die Partei ist insbesondere in Süd- und Ostdeutschland tätig

Rubriklistenbild: © dpa

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