Seit Ende November ist Schluss

Aus für optisches Werk von Schneider Kreuznach auf der Siekhöhe

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Aus für den Standort auf der Siekhöhe: Das Unternehmen Schneider Kreuznach zieht sich zurück. Bereits seit dem Frühjahr galt „Kurzarbeit Null“.

Göttingen – Das Unternehmen Schneider Kreuznach zieht sich aus Göttingen zurück. Das Werk auf der Siekhöhe, das Ende der 1990er-Jahre bezogen wurde, wurde zum 30. November geschlossen.

Die Interessen der 35 Arbeitnehmer, die zuletzt Filmobjektive herstellten, vertritt Mirko Richter von der IG Metall aus Northeim. Inzwischen wurde ein Interessensausgleich samt Sozialplan verhandelt, bestätigte Richter auf Anfrage.

Einige der Mitarbeiter haben unterdessen das Angebot erhalten, in das Stammwerk nach Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz zu wechseln. Den übrigen Beschäftigten wurde die Überleitung in eine einjährige Transfergesellschaft angeboten.

Hoffnung besteht für die zwei Auszubildenden des Unternehmens in Göttingen. Sie sollen ihre Ausbildung, die im Sommer kommenden Jahres endet, bei einem anderen Göttinger Betrieb fortsetzen.

Schon seit März wurden auf der Siekhöhe keine optischen Geräte mehr produziert. Es galt „Kurzarbeit Null“. Doch bis zuletzt hatten die Beschäftigten und der Betriebsrat gehofft, dass sich noch ein Investor für das Göttinger Werk findet – vergeblich.

Ohnehin scheinen für das Unternehmen Schneider Kreuznach die Rahmenbedingungen schwierig zu sein. Auch am Stammwerk gibt es offenbar Kurzarbeit.

Das Werk in Göttingen hatte eine wechselvolle Geschichte. Es entstand Mitte der 1930er-Jahre als Ausgründung von Schneider Kreuznach. Es baute im Zweiten Weltkrieg Objektive für Luftbildkameras.

Nach Kriegsende kam die große Zeit: Es wurden Objektive für Kinoprojektoren sowie Brillengläser hergestellt. In Spitzenzeiten in den 60er-Jahren hatte das Unternehmen etwa 600 Beschäftigte.

Die seit 1982 eigenständige Firma Isco Optik geriet Anfang der 2000er-Jahre in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste 2003 Insolvenz anmelden. Ein Schweizer Investor sanierte das Unternehmen und verkaufte es später an Schneider Kreuznach zurück.

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