Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst

Aus dem Hörsaal ins Kloster: Studenten testen Pilgerherberge

Göttingen/Bursfelde. Pilgern liegt voll im Trend. Das beweisen nicht nur die hohen Besucherzahlen auf dem spanischen Jakobsweg.

Auch in Südniedersachsen wird Pilgern immer beliebter, etwa auf dem Pilgerweg zwischen Loccum und dem thüringischem Volkenroda. Die Pilgerherberge im Kloster Bursfelde ist eine Station auf diesem Weg.

Um herauszufinden, wie sie bei den Besuchern ankommt, hat die Herberge Studenten des Studiengangs Regionalmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) mit einer Studie beauftragt. Die zögerten nicht lange und machten sich auf den 17 Kilometer langen Weg von Dransfeld nach Bursfelde und nächtigten dort.

Neue Erkenntnisse

Insgesamt dauerte die Besucherstudie vier Monate. Der Fragebogen brachte neue Erkenntnisse: Die Forschergruppe fand heraus, dass die Mehrheit der Pilger, die in Bursfelde übernachten, zwischen 41 und 65 Jahre alt und berufstätig ist sowie bisher keine oder nur wenig Erfahrung im Pilgern hat.

Zudem sind die meisten Pilger in Gruppen unterwegs und pilgern häufig nur eine Teilstrecke des Weges. Religiöse Motivation und die sportliche Betätigung in der Natur sind laut Studie wichtige Gründe für das Pilgern. Kritisiert worden sei, dass die Herberge nur eingeschränkt beheizt werden könne.

Viele Pilger wünschten sich ein Frühstück, eine bessere Beleuchtung der Schlafplätze und eine aktuellere Internetseite. „Insgesamt wird die Pilgerherberge am Kloster Bursfelde als ein sehr attraktiver Ort für eine Übernachtung wahrgenommen“, heißt es im Fazit des Projektberichts.  

www.kloster-bursfelde.de/kloster/pilgerherberge

Pilgerherberge in Bursfelde

Seit 2012 bietet die evangelische Landeskirche Hannover in der Pilgerherberge am Kloster Bursfelde 20 Übernachtungsmöglichkeiten mit Selbstversorgerküche an. 

Zusätzlich gibt es zwei Schlafplätze für die Herbergseltern, Waschräume, einen großen Gemeinschaftsraum, eine Küchenzeile, einen kleinen Raum zum Wäschewaschen mit Waschmaschine und Trockner. 

Die Pilgerherberge befindet sich in einer ehemaligen Scheune auf dem Klostergelände und ist bewusst klösterlich einfach eingerichet. Die Schlafräume sind nicht beheizbar, der Aufenthaltsraum wird durch Infrarotwärme punktuell erwärmt. Die Waschräume sind beheizt. Verpflegung gibt es nicht vor Ort. 

Aufgenommen werden Pilger mit Pilgerpass. Radfahrer werden nur aufgenommen, sofern sie mit Pilgerpass auf dem Pilgerweg unterwegs sind. Hunde sind nicht erlaubt. Die Übernachtungszahlen sind seit 2013 von 358 auf rund 500 im Jahr 2016 gestiegen.

Rubriklistenbild: © privat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.