Ausstellung - Baukultur trotz Klimaschutz

„Aus Alt mach Neu“: Infos über energetische Altbausanierung

Aus Alt mach Neu: Kreisbauamtsleiterin Andrea Brückner und Landrat Bernhard Reuter verweisen auf die energetische Sanierung des Kreishauses, Göttingens Fachdienstleiterin Eva Holst und Stadtbaurat Thomas Dienberg auf städtisches Museum und Geschwister-Scholl-Schule. Foto: Papenheim

Göttingen. Eine Ausstellung im Göttinger Kreishaus zeigt, dass sich Altbautensanierung lohnt und Baukultur trotz Klimaschutz möglich ist.

„Es ist ein enormer finanzieller und logistischer Aufwand, Altbauten energetisch zu sanieren. Trotzdem lohnt es sich.“ Das stellte Göttingens Landrat Bernhard Reuter am Mittwoch im Göttinger Kreishaus fest, wo fünf Wochen lang eine Ausstellung der Architektenkammer Niedersachsen und der Energieagentur Region Göttingen zu sehen ist.

Die Ausstellung im Foyer zeigt Beispiele aus ganz Niedersachsen, wie sich Energieeinsparung mit Baukultur verbinden lässt. Reuter verwies auf die Vorbildfunktion des Landkreises, der sein Verwaltungsgebäude aus den 50er Jahren für 1,64 Millionen Euro saniert hat: „Wir sparen aber auch enorm ein.“ Im Rahmen seines Altbauförderprogramms zahlt der Landkreis bis zu 2000 Euro Zuschuss für eine Sanierung. 2014 stieß er mit Beihilfen über 82.000 Euro Investitionen über 1,3 Millionen Euro an.

Göttingens Stadtbaurat Thomas Dienberg zeigte am Beispiel des städtischen Museums, dass sich auch durch neue Fenster und die Sanierung von Decken und Dächern jede Menge Energie einsparen lässt, ohne die Fachwerkfassade zu verhängen: „Baukultur und Energieeffizienz lassen sich verbinden.“ Mit der Sanierung der Geschwister-Scholl-Schule habe die Stadt sogar eine Energieeinsparung um 80 Prozent erreicht.

Matthias Rüger, Obmann der Architektenkammer Niedersachsen, warnte vor unsachgemäßer thermischer Sanierung: „Das kann teure Bauschäden verursachen.“ Wer das vermeiden will, kann sich auf einem der Bauherrenseminare informieren, die Architektenkammer und Energieagentur im April und Mai anbieten. Weitere Informationen bietet die Baubroschüre des Landkreises, auf die Andrea Brückner, Amtsleiterin für Kreisentwicklung und Bauen, verwies.

Eine frühzeitige Beratung durch Kreis, Städte und Gemeinden empfiehlt sich auch in allen Fällen, in den Fassadendämmungen oder auch Solaranlagen mit dem Denkmalschutz in Konflikt geraten könnten. Das gleiche gilt für die Verwendung von Dämmstoffen aus Styropor, die im Brandfall der Feuerwehr zu schaffen machen könnten. Dienberg: „Es gibt inzwischen Dämmstoffe, die aus Sicht des Brandschutzes völlig unproblematisch sind.“ (p)

Bauherrenseminare: Vom Traum zum Haus

Unter dem Motto „Vom Traum zum Haus“ bieten die Architektenkammer Niedersachsen und die Energieagentur Göttingen im Frühjahr sechs Bauherrenseminare an.

14. April: Grundlagen des Bauens; 21. April: Kostenoptimiertes Bauen; 28. April: Energieoptimiertes Bauen; 5. Mai: Umbauen, Anbauen, Sanieren; 12. Mai: Barrierefrei (Um)Bauen; 19. Mai: Gartenplanung.

Alle Seminare finden jeweils von 18 bis 20 Uhr in Göttingen bei der VGH, Berliner Straße 5, statt und kosten mit Schulungsordner fünf Euro pro Person. Anmeldungen bei der Energieagentur unter Tel. 0551/37 07 49 80 oder unter info@energieagentur-goettingen.de (p)

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